19.05.2015 15:35
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Zug kollidiert mit Güllefass – 2 Tote
Ein tragischer Unfall ereignete sich am vergangenen Samstag im Münsterland (D). Ein Regionalzug rammte ein Güllefass, das auf einem Bahnübergang stehen blieb. Zwei Menschen wurden getötet.

In Ibbenbüren in der Nähe von Osnabrück herrscht Trauerstimmung. Der 41-jährige Lokführer und eine 18-jährige Reisende verloren ihr Leben. Sechs Menschen wurden schwer verletzt.

Güllefass weggeschleudert

Am Samstagmorgen gegen 11.30 Uhr überquerte ein 23-jähriger Traktorfahrer mit angekoppelten Güllefass einen Bahnübergang mit Halbschranken und Blinklicht in der Nähe von Ibbenbüren. Aus noch unbekannten Gründen löste sich das Fass vom Traktor. Just in diesem Moment senkten sich die Bahnschranken, schreiben die Westfälischen Nachrichten. Gemäss Staatsanwalt sei der Traktorfahrer dem herannahenden Zug entgegengelaufen, um den Lokführer zu warnen. Dies ohne Erfolg.

Bei der Kollision wurde das Güllefass von den Gleisen geschleudert. Der stark beschädigt Zug blieb laut Polizei-Angaben erst nach mehr als 200 Metern auf den Gleisen stehen. Gemäss ersten Schätzungen wies der Zug beim Zusammenprall eine Geschwindigkeit von 140 km/h auf. Passagiere berichten, dass die die Bahn abrupt abbremste. Anschliessend habe es bereits gekracht. Und überall habe es nach Gülle gerochen, führten die Passagiere weiter aus.

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Thomas Kopp, Sprecher der Westfalenbahn, äusserte sich wie folgt: „Der Lokführer hat es nicht mehr vom Führerstand heruntergeschafft. Daran sieht man, wie schnell es ging.“ Wenn die Schranken schliessen, sei der Zug noch etwa zehn Sekunden weit entfernt. „Zeit zum Reagieren bleibt da nicht“, sagt Kopp.

Die Staatsanwaltschaft wird nun prüfen, weshalb das Güllefass auf den Schienen stehen blieb. Die Kupplung als Verbindung zum Traktor ist gemäss Staatsanwaltschaft ein entscheidendes Detail. War es ein technischer Defekt oder ein Bedienungsfehler? Das zu klären, werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, so die Ermittler.

Der Traktorfahrer wurde verzeigt. "Der Tatvorwurf lautet gefährlicher Eingriff in den Schienenverkehr, fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung", hielt Oberstaatsanwältin Barbara Vogelsang am Sonntag fest. Der Zug mit 40 Passagieren der Westfalenbahn kam von Osnabrück. Ibbenbüren liegt etwa 30 Kilometer westlich von Osnabrück.

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