1.07.2013 08:32
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/afp/dpa
Waldbrand
Waldbrand: 19 Feuerwehrmänner sterben bei Löscheinsatz
Schwerstes Unglück während eines Feuerwehreinsatzes in den USA seit den Anschlägen vom 11. September: Mindestens 19 Feuerwehrleute starben am Sonntag im Bundesstaat Arizona, als sie von den Flammen überrascht wurden.

Ein Vertreter der staatlichen Forstbehörde sagte dem Fernsehsender CNN, die Feuerwehrleute seien dabei gewesen, am Sonntag auf der Anhöhe von Yarnell eine Brandschneise zu graben. «Normalerweise stellt man sicher, dass man einen guten Fluchtweg und eine Sicherheitszone hat, wenn man eine Brandschneise zieht», sagte Art Morrison dem Sender. 

Von Feuer überrollt

«Offensichtlich war ihre Sicherheitszone nicht gross genug, und das Feuer hat sie überrollt.» Der Feuerwehrchef von Prescott, Dan Fraijo, sagte, er sei «am Boden zerstört». 

Die Gouverneurin von Arizona, Jan Brewer, sprach vom «schwärzesten Tag» in ihrer Erinnerung und sprach den Toten «ewige Dankbarkeit» aus. Vermutlich seien die Feuerwehrleute von den sich blitzartig ausbreitenden Flammen überrascht worden, sagte sie de  Sender KPNX-TV. 

Lob des Präsidenten 

Obama sprach von einer «furchtbaren Tragödie» und würdigte die Getöteten als «hochqualifizierte Profis, die wie so viele Menschen jeden Tag in unserem Land sich selbstlos gegen das Unglück stemmen, um Leben und Besitz ihrer Mitmenschen zu schützen». Die US-Regierung leiste bereits Unterstützung und stehe in engem Kontakt mit den Behörden vor Ort. 

Nach Angaben des Nationalen Feuerschutzverbands handelte es sich um das schwerste Unglück dieser Art in den Vereinigten Staaten seit 80 Jahren. Im Jahr 1933 waren bei einem Brand in Los Angeles 33 Feuerwehrleute getötet worden. Bei den Terroranschlägen auf die Zwillingstürme des World Trade Center in New York wurden am 11. September 2001 340 Feuerwehrleute getötet. 

Hitzewelle im Westen 

Die Brände waren am Freitag ausgebrochen. In der trockenen waldigen Gegend breiteten sich die Flammen bei heftigem Wind bis Sonntagabend auf einer Fläche von bis zu 2000 Hektar aus, wie örtliche Behördenvertreter sagten. Hunderte Bewohner von Yarnell Hill und Peeples Valley wurden in Sicherheit gebracht. Das Feuer breite sich rasch aus, den Brandbekämpfern gelinge es nicht, es unter ihre Kontrolle zu bringen, berichtete die Internetseite  «Arizona Republic». 

Rund 250 Häuser und damit die Hälfte der Ortschaft Yarnell Hill, das etwa 120 Kilometer nordwestlich von Phoenix liegt, waren nicht mehr zu retten. Die Buschbrände rund um Yarnell Hill wurden wahrscheinlich durch Blitzeinschlag ausgelöst.  

Derzeit plagt eine aussergewöhnliche Hitzewelle den Westen der USA. Wetterdienste hatten bereits am Sonntag von Rekordwerten in Arizona und Kalifornien berichtet. In Las Vegas wurden 46 Grad Celsius gemessen. Bei den Rettungsdiensten gingen viele Notrufe ein. Der Flugverkehr in Phoenix war beeinträchtigt. Meteorologen zufolge dürfte es erst von Mittwoch an kühler werden.

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