11.02.2019 09:20
Quelle: schweizerbauer.ch - khe
Schaffhausen
"Ums Geld geht es nicht"
Alfred Maurer ist seit über 40 Jahren Mausefänger auf dem Buchberg. Pro Mauseschwanz erhält er 1.50 Franken. Reich wird man davon nicht.

Mit selbst gebasteltem Karren und einem drauf gebundenen blauen Kunststofffass zieht Alfred Maurer auf die Höhen des Buchbergs. Immer zur gleichen Tageszeit, vormittags und nachmittags, wenn das Wetter passt zwei- dreimal wöchentlich öffnet er den Behälter, entnimmt Schaufel, Fallen und Markierstöcke. An einem auffällig braunen Erdhaufen beginnt er zu graben. Legt einen Teil des 10 bis 15 Meter langen Pfades frei, spannt die Falle, setzt sie im Gang ein und deckt soviel wieder mit Erde zu, dass nur noch das Hinterteil der Zangenfalle herausschaut.

Die Reporter der Zeitung «Schaffhauser Nachrichten» waren mit dabei: «Da muss ich immer genug Erde drauf schaufeln, sonst merken es die Mäuse», meint der erfahrene Mausefänger. Als Bauernsohn aufgewachsen, hat er sich mit dem Mausen bereits als Kind einen Zustupf verdient – 20 bis 30 Rappen gabs pro Mausschwanz. Heute erhält Maurer etwas mehr, 1.50 Franken pro Tierchen. «Reich wird man damit nicht. Aber ich mache es auch nicht zum Geld verdienen, sondern weil ich gern draussen bin».

Die toten Mäuse gibt Maurer bei der Gütergenossenschaft der Bauern und Landbesitzer in Buchberg ab. Im Genossenschaftsbeitrag, der jedes Mitglied je nach Fläche bezahlt, ist auch ein Mausebeitrag integriert.

Maurer arbeitet vorwiegend mit Fallen, deren Beisszangen so stark zuschnappen, dass die Maus durch Genickbruch sofort getötet wird. Den toten Nagern schneidet er jeweils die Schwänze ab um diese dem Verantwortlichen der Gütergenossenschaft zu überreichen. Die Tierkörper hingegen legt er den Mäusebussarden und Milanen bereit. 

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