17.02.2013 10:50
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda/afp
USA
Trotz Grossjagd nur 68 Tigerpythons erlegt
Dutzende dunkle Tigerpythons sind bei einer gross angelegten Schlangenjagd in den Everglades im US-Bundesstaat Florida gefangen und getötet worden. Insgesamt sollen die Jäger binnen eines Monats 68 dunkle Tigerpythons gefangen haben. Dies liegt jedoch unter den Erwartungen.

Dies teilte die Naturschutzkommission für Fische und Wildtiere am Samstag mit. Die aus dem Ausland eingeführten Reptilien sind eine Bedrohung für die Tierwelt in Florida. Der dunkle Tigerpython lebt normalerweise in Asien. In Florida tauchten die Tiere in der Natur erstmals nach dem Hurrikan Andrew 1992 auf.

Die Aktion hatte möglichst vielen dieser Würgeschlangen den Garaus machen sollen. Die zuständige Behörde für wildlebende Tiere hatte zur Jagd auf die Pythons geblasen und Belohnungen für die erfolgreichsten Jäger ausgesetzt. Sie war von einer reichen Beute - Hunderte von vernichteten Schlangen - ausgegangen. Doch nun waren es lediglich 68 Pythons. Die Population wird auf über 10'000 Exemplare geschätzt.

Rückgang von einheimischen Säugetieren

Vermutlich handelte es sich um Haustiere, die im Sturm in das Feuchtgebiet Everglades entkommen waren. Seitdem vermehrten sich die Reptilien stark. Ihre Zahl ist inzwischen grösser als die der einheimischen Schlangen.

Der Tigerpython ist ein guter Schwimmer, kann aber auch auf Bäume kriechen. Wissenschaftler vermuten, dass die fremden Riesenschlangen etwas zu tun haben mit dem deutlichen Rückgang heimischer Säugetiere wie Hasen, Wiesel, Waschbären und Wildratten.

«Jeder Python, der aus dem System genommen wird, ist ein grosser Nutzen, und wir wissen, dass es einer bedeutenden zeitlichen Anstrengung bedarf, um einen Python zu fangen», sagte der Chef der Naturschutzkommission, Nick Wiley.

Erster Jagdwettbewerb

Erstmals hatte die Naturschutzkommission in diesem Jahr einen Jagdwettbewerb ausgerufen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Laut Wiley war die Kommission über das grosse Interesse überrascht: 600 Menschen aus 38 Bundesstaaten und sogar aus Kanada hätten teilgenommen.

Die grösste der gefangenen Schlangen war den Angaben zufolge über vier Meter lang. Ihr Fänger erhielt eine Belohnung von tausend Dollar. Die beiden Jäger mit den meisten gefangenen Schlangen bekamen je 1500 Dollar. Die Schlangen-Kadaver sollen in der Universität Florida untersucht werden.

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