30.11.2016 06:39
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Fotovoltaik
Solarzellen ästhetisch besser einfügen
Solaranlagen auf Dächern werden mehr und mehr zum normalen Anblick. Im historischen Stadtbild ist die Frage, ob eine Fotovoltaikanlage optisch passt, hingegen schwierig. Forschende der EPFL haben eine Methode entwickelt, um die ästhetischen Auswirkungen von Solarpanelen objektiv zu bestimmen.

Derzeit tendiere man dazu, Solaranlagen ohne Gedanken an die Ästhetik zu installieren, sagte Maria Christina Munari Probst von der ETH Lausanne (EPFL), gemäss einer Mitteilung derselben vom Dienstag. Unelegante Solarinstallationen könnten jedoch potenzielle Solarenergie-Nutzer abschrecken.

«Innovator of the Year»-Preis

Um Behörden und Städteplanern zu helfen, die ästhetischen Auswirkungen von verschiedenen Typen von Fotovoltaikanlagen auf das Stadt- oder Gebäudebild objektiv zu bewerten, hat Probst gemeinsam mit Christian Roecker eine Methode und entsprechende Software entwickelt. Kürzlich erhielten sie dafür den «Innovator of the Year»-Preis in Schweden.

Dieses Verfahren beruht darauf, wie «empfindlich» eine bestimmte Stelle im Stadtbild gestört wäre und wie sichtbar die Fotovoltaik von öffentlichen Plätzen aus ist. Bei einem gut sichtbaren Schrägdach eines historischen Gebäudes müsste entsprechend besonders viel Wert darauf gelegt werden, Solarpanele harmonisch zu integrieren - was auch Mehrkosten bedeuten kann. Bei einem Flachdach einer Fabrik in einem Industriegebiet liegen die Ansprüche an die Ästhetik viel tiefer.

100 Gebäuden als Inspiration

Anhand dieser Kriterien lasse sich bestimmen, wie gut sich eine Solaranlage in eine gegebene Umgebung einfügt, schrieb die EPFL. Um die Behörden bei Entscheidungen zu unterstützen, wo und in welcher Form Fotovoltaikanlagen installiert werden sollen, bietet die Software auch Beispiele von 100 Gebäuden als Inspiration. Weitere Beispiele sollen folgen, insbesondere auch solche, die mittels der neuen Methode verwirklicht wurden.

Das Verfahren könne sogar bereits ab nächstem Jahr eingesetzt werden, hiess es weiter. «Wir wollen zeigen, dass sich Solarpanele harmonisch ins Stadtbild einfügen können, sofern die nötigen Anstrengungen hinsichtlich Design und Finanzierung unternommen werden», liess sich Probst in der Mitteilung zitieren. Wenn das nicht gegeben sei, sei es vielleicht besser, die Installation zu verschieben. Dass Fotovoltaik auch gut aussehen kann, zeigte kürzlich auch Tesla-Chef Elon Musk mit der Präsentation von neuartigen Solar-Dachziegeln. Diese könnten künftig ganze Dächer bedecken und die konventionellen Solaranlagen überflüssig machen.

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