24.09.2014 06:43
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Solaranlage mit Supercomputer-Kühlung aufgerüstet
Eine neue Solaranlage soll 80 Prozent der Sonnenenergie nutzen können - dank eines Kühlsystems für Supercomputer. Dies berichteten IBM Research und die Tessiner Firma Airlight Energy am Mittwoch. Bis 2017 soll sie auf dem Markt sein.

Die Anlage konzentriere das Sonnenlicht um das 2000-fache und erzeuge so an einem sonnigen Tag 12 Kilowatt elektrische Energie und 20 Kilowatt Wärme, teilten die Partner mit. Dies sei genug, um mehrere durchschnittliche Haushalte mit Strom und Warmwasser zu versorgen.

Hoher Wirkungsgrad

Es handelt sich um eine Form der sogenannten Konzentrator-Photovoltaik. Dabei wird Sonnenlicht mit Linsen und Spiegeln konzentriert und auf hocheffiziente Solarzellen gerichtet. So konnten bisher Wirkungsgrade von 40 Prozent erreicht werden - herkömmliche Solarzellen können nur etwa 20 Prozent der einfallenden Sonnenstrahlung nutzen.

Die Neuentwicklung soll nun als Gesamtsystem sogar 80 Prozent Wirkungsgrad erzielen. Möglich soll dies sein, weil die durch das gebündelte Sonnenlicht entstehende Hitze - bis 1500 Grad Celsius - nicht verloren geht. Ein von IBM Research zur Kühlung von Supercomputern entwickeltes Heisswasser-Kühlsystem fängt sie auf und ermöglicht ihre weitere Nutzung - etwa für Heisswasser, Gebäudekühlung oder Entsalzungsanlagen.

Einsatz in Gebieten mit viel Sonne

Dank dem kostengünstigen Design und der hohen Konzentration des Sonnenlichts soll das sogenannte High Concentration PhotoVoltaic Thermal (HCPVT)-System zwei- bis dreimal weniger kosten als vergleichbare Systeme, erklären die Entwickler. Die Wissenschaftler sehen seinen Einsatz vor allem in trockenen Gegenden mit viel Sonne. Die Testanlage in Biasca funktioniere jedoch auch, erklärte eine Firmensprecherin.

Die Schweizer Kommission für Technologie und Innovation (KTI) unterstützt die Erforschung und Entwicklung des HCPVT-Systems seit 2013 mit einer Anschubfinanzierung auf drei Jahre. Ebenfalls beteiligt sind Forscher der ETH Zürich und der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs.

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