10.12.2017 15:02
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Russen essen mehr Fleisch
Die russischen Verbraucher haben in diesem Jahr mehr Appetit auf Fleisch. Nach Einschätzung des Generaldirektors der Nationalen Union der Schweinezüchter Russlands (NSS), Jurij Kowaljew, wird der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch gegenüber 2016 um rund 3 % auf 75 kg zulegen.

Massgeblichen Anteil daran hat dem Branchenexperten zufolge die grössere Nachfrage für Schweinefleisch. Im Mittel dürfte jeder Russe davon im laufenden Jahr 25,7 kg verzehren; das wäre ein Plus von 4,5 % gegenüber 2016.

Noch beliebter ist allerdings Geflügelfleisch mit einem Durchschnittsverbrauch von 33,5 kg pro Kopf; das wäre im Vorjahresvergleich ein Zuwachs von 1 kg oder 3,1 %. Kowaljew begründet den Verbrauchsanstieg der beiden Fleischarten mit rückläufigen Verbraucherpreisen und rechnet mit weiteren Abschlägen im kommenden Jahr, die sich bei Schweinefleisch auf 4 % bis 6 % belaufen könnten.

Brasilien gesperrt

Gründe dafür seien die wachsende Eigenerzeugung und höhere Importe. Nach Angaben des Generaldirektors hat die russische Schweineproduktion in den ersten drei Quartalen 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,5 % auf 3,17 Mio t Lebendgewicht (LG) zugenommen.

Die Schweinefleischimporte einschliesslich Nebenerzeugnissen und Speck haben im gleichen Zeitraum aktuellen Aussenhandelsdaten zufolge um 15,0 % auf 235 200 t zugenommen. Der Züchterverband schätzt, dass bis Jahresende rund 323 000 t eingeführt werden könnten; das würde im Vorjahresvergleich einem Plus von fast 25 % entsprechen.

Allerdings hat Russland seit dem 1. Dezember den Import von Schweine- und Rindfleisch des wichtigsten Lieferanten Brasilien gesperrt, so dass die tatsächliche Bezugsmenge geringer als vom Züchterverband prognostiziert ausfallen dürfte

Jurij Kowaljew wies zudem darauf hin, dass Russland sich zunehmend auch im Export von Schweinefleisch engagiere. Im vergangenen Jahr seien bereits 52 700 t Schweinefleisch einschließlich Nebenerzeugnissen ins Ausland verkauft worden; 2017 dürfte diese Menge noch größer ausfallen. 

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