9.02.2013 07:45
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/afp/dpa
USA
«Nemo» bringt US-Ostküste bis zu ein Meter Neuschnee
Feuchter Schnee und heftige Winde haben an der amerikanischen Ostküste einen voraussichtlich gewaltigen Wintersturm eingeläutet. In der Metropole Boston könnte bis zu ein Meter Neuschnee fallen, so viel wie selten zuvor, teilte der nationale Wetterdienst mit.

Der Staat Massachusetts rief am Freitag den Ausnahmezustand aus und alarmierte 5000 Nationalgardisten. Auch in New York, Connecticut, Maine und Rhode Island riefen die Gouverneure den Ausnahmezustand aus. Der Höhepunkt des Unwetters wurde für Freitagabend und die Nacht zum Samstag erwartet.

Am Freitagabend sollten in Boston bis zu acht Zentimeter Neuschnee pro Stunde fallen, sagte der Wetterdienst voraus. Der Bürgermeister von Boston ordnete an, dass von Freitagnachmittag an keine Fahrzeuge mehr auf den Strassen sein dürften.

Auch das öffentliche Nahverkehrssystem sollte stillstehen. Die grosse Mehrheit der Fahrer hielt sich daran: Auf den Strassen waren während der Hauptverkehrszeit am frühen Freitagabend nur vereinzelt Fahrzeuge zu sehen.

Erinnerungen an «Sandy»

Der Blizzard, den der TV-Sender Weather Channel nach dem Disney-Clownfisch «Nemo» taufte, zieht auch über Gegenden hinweg, die Ende Oktober der Wirbelsturm «Sandy» stark getroffen hatte. Damals gab es allein in den USA mehr als 100 Tote, Hunderttausende waren wochenlang ohne Strom.

Der Schneesturm könnte in einigen Regionen an der Ostküste zu neuen Überflutungen führen - den Vorhersagen zufolge sollten die Schäden aber kleiner bleiben als bei «Sandy». Stromversorger rüsteten sich mit Notfallteams für Stromausfälle.

«Wir sind kräftige Neu-Engländer und sind solche Stürme gewohnt, aber ich möchte die Menschen daran erinnern, ihren Verstand zu benutzen und von den Strassen fernzubleiben», sagte Bostons Bürgermeister Thomas Menino. Laut der Zeitung «Boston Globe» waren am frühen Freitagabend bereits 5000 Haushalte ohne Strom.

Erste Verletzte

In der Stadt Falmouth im Südosten von Massachusetts gab es nach Polizeiangaben wegen der schlechten Witterung einen Massenunfall mit 19 Autos. Zahlreiche Menschen seien leicht verletzt worden.

Für New Hampshire erwarteten die Meteorologen Windgeschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometer. An einigen Orten falle die gefühlte Temperatur wegen des Windes auf bis zu 32 Grad unter Null. Am frühen Samstagmorgen werde der Sturm jedoch abflauen, hiess es beim Sender CNN.

Der Blizzard könnte auch die Millionenmetropole New York treffen, die diesen Winter bislang eher wenig Schnee sah. Die Stadt sei aber gut vorbereitet, sagte Bürgermeister Michael Bloomberg. Die Strassen würden mit rund 250'000 Tonnen Streusalz präpariert. Es gebe keinen Grund zur Panik. «Bleiben sie zu Hause und lesen sie ein gutes Buch», riet er den New Yorkern.

Flugverkehr eingestellt

Bereits im Vorfeld des angekündigten schweren Sturms wurden nach Behördenangaben sämtliche An- und Abflüge an den New Yorker Flughäfen abgesagt. Die Flughäfen La Guardia und Newark hätten am späten Nachmittag alle Flüge gestoppt.

Der John-F.-Kennedy-Flughafen werde dies am Abend ebenfalls tun, teilte das Büro des Gouverneurs des Bundesstaates New York am Freitag mit. Schon im Laufe des Tages waren mehrere Tausend Flüge abgesagt worden.

Video (8-2-13)

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