27.06.2017 17:56
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Mit Gülle gegen Badegäste
In der kleinen Ortschaft Ortwangen im Allgäu herrscht derzeit dicke Luft. Badende verärgern einen Bauern. Sie hinterlassen auf seinem Pachtland Abfall. Am vergangenen Donnerstag riss beim Bauer der Geduldsfaden.

Im beschaulichen Ortwangen bei Sonthofen herrscht derzeit kein eitler Sonnenschein. Grund dafür ist eine Wiese zwischen dem Ortwanger See und der Hauptstrasse B19. Es gibt sicher schönere Orte, um zu baden. Trotzdem lassen sich immer wieder Badegäste auf der Wiese nieder.

Seit 14 Jahren Ärger


Das zum Ärger von Landwirt Martin Köberle. Er hat das Land gepachtet. Schilder machen darauf aufmerksam, dass die Wiese nicht benutzt werden darf. Trotzdem wird die Fläche verbotenerweise genutzt.

Köberle macht die Badenden immer wieder darauf aufmerksam, dass das Feld landwirtschaftlich genutzt wird. Seine Worte finden bei den Badegästen kein Gehör. Im Gegenteil, sie hinterlassen «als Dank» Abfälle. Die Badenden hätte ihn beleidigt und sogar bedroht, so Köberle. Dies gehe nun seit 14 Jahren so, sagt der Landwirt gegenüber «Blaulichtreport». Auf der anderen Seeseite gibt es eine offizielle Liegewiese.

Kuh verendet

Er habe das Feld von Zigarettenstummeln, Plastikflaschen und anderem Müll reinigen müssen. «Vor zwei Jahren mussten wir eine unserer Kühe einschläfern, da sie Fremdkörper gefressen hatte. Vor Kurzem lag ein grosser Stein im Feld, der mir beim Mähe eine Traktorscheibe durchschlug», so der Landwirt.

Am vergangenen Donnerstag fuhr der Köberle wieder zu seiner Wiese. Rund 40 Personen hatte es sich dort gemütlich gemacht. Er bat die Badenden, dass Gelände zu verlassen. Als er um 15.30 Uhr noch einmal vorbeischaute, waren die Badegäste immer noch da. Er bat sie, die Wiese zu verlassen. Sie lachten ihn nur aus.

Verliert der Bauer das Land?

Anschliessend eskalierte der Streit. Köberle fuhr auf seinen Hof, befüllte sein Druckfass mit Gülle und fuhr zur Wiese. Dort begann er, den Inhalt zu verspritzen. Die 40 Besucher ergriffen die Flucht. Diese ärgerten sich über den Bauern.  

Die Gemeinde Burgberg will nun handeln, aber nicht im Sinne des Bauern. Auf Wunsch des Eigentümers wurde das Gebiet im Flächennutzungsplan zur Freizeitnutzung ausgewiesen, berichtet der Bayerische Rundfunk.  Die Gemeinde möchte einen Kiosk und einen Badesteg erstellen. Der Bauer verlöre so sein Pachtland. 

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