13.09.2017 09:54
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Kuhglocken
Mit Brüsten gegen Kuhglocken
Die in Gipf-Oberfrick AG wohnhafte Nancy Holten kämpft seit Jahren gegen die Kuhglocken. Aus ihrer Sicht sind die Glocken eine Tierquälerei. Nun erhält sie Unterstützung aus Deutschland. Zwei Tierschützerinnen sagen den Kuhglocken den Kampf an.

Nancy Holten beherrscht das Spiel der Provokation gekonnt. Vor zweieinhalb Jahren löste Nancy Holten mit ihrer Aussage, dass Kuhglocken eine Tierquälerei seien, ein kleineres Erdbeben aus. «Kein Mensch läuft freiwillig mit einer Glocke um den Hals herum», sagte sie Ende 2014. Bei den Bauern löste dies ein Sturm der Entrüstung aus. Auf den sozialen Medien wurde gegen Holten Stimmung gemacht. Der Fall schaffte es gar in die deutschen Medien wie den TV-Sender «RTL».

Gegen Glocken und Säulirennen

«Was man selber nicht will, darf man auch anderen Lebewesen nicht antun», liess sie im Dezember 2014 weiter verlauten. Die Reaktionen waren heftig. Die Holländerin wurde verbal hart angegangen. Doch Holten liess sich nicht beirren. Im Gegenteil: Im vergangenen September besuchte sie eine Alpabfahrt in Schüpfheim LU. Dort forderte sie die Bauern auf, den Kühen keine Glocken mehr umzuhängen.

Um zu demonstrieren, wie störend die Glocken für die Tiere seien, legte sie Besuchern Glocken um den Hals. An der Olma von vergangenem Oktober in St. Gallen nahm sie das Säulirennen ins Visier.  «Der Würde des Tiers zuliebe würde ich das Säulirennen gerne abschaffen», sagte sie im vergangenen Jahr. Sie wünsche sich mehr Respekt gegenüber den Tieren.

«Wir gegen Schweizer Tierquälerei»

Holten, die seit diesem Jahr den Schweizer Pass besitzt, beackert das Thema Kuhglocken nun weiter. Sie stellte am Montag ein Video von zwei Tierschützerinnen auf ihre Facebook-Seite. «Dieser Beitrag bringt das Thema Kuhglocken wieder ins Gespräch», sagt sie zu «FM1Today». Sie habe schmunzeln müssen, als sie sich das Video angeschaut habe.

Das Video wurde auf einer Alp aufgenommen. Sie zeigt zwei junge, praktisch nackte Frauen. Sie sprechen in der rund 80 Sekunden dauernden Sequenz von der Initiative «Wir gegen Schweizer Tierquälerei». Die Kühe würden mit den Kuhglocken um den Hals gequält, lassen die beiden Frauen verlauten. Sie seien während 24 Stunden einem «ungeheuren» Geräuschpegel ausgesetzt.

Die Deutsche und die Brasilianerin wollen sich gegen die Kuhglocken zur Wehr setzen. Es könne nicht sein, dass nur wegen einer Tradition die Kühe während 24 Stunden pro Tag mit Glocken gequält würden. «Wir machen uns stark im Kampf gegen die Kuhglocke und warten auf eure Unterstützung», teilen die Frauen im Video mit. "Wir machen uns stark für ein Leben ohne Kuhglocken", sagen die Frauen in der unzensurierten Version.

Auf Facebook wurde eine zensurierte Version publiziert, auf Twitter hingegen ist die unzensurierte Version zu sehen


Aktivistinnen sensibilisieren gegen #Kuhglocken. ?Hier ist die mildere Filmvariante, welche auch auf FB erlaubt ist. ???? Danke Mädels für eure Unterstützung. ??

Posted by Nancy Holten on Montag, 11. September 2017
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