12.01.2016 08:12
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Wetter
Milder Winter könnte Landwirten Probleme bereiten
Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz sieht die Betriebe im Südwesten Deutschland nach der Hitze und Trockenheit im Jahr 2015 nun durch den warmen Winter mit einem weiteren ungünstigen Wetterphänomen konfrontiert.

Das Wintergetreide sei bereits weit ausgetrieben und zeige verbreitet ein sattes Grün auf den Feldern. Da bei den milden Temperaturen Schädlinge überlebten, könne ein verstärkter Befall mit Blattläusen auftreten, warnte die Kammer vergangene Woche in einer Pressemitteilung.

Gefahr drohe den jungen Getreidepflanzen aber auch bei sinkenden Temperaturen, und zwar durch den sogenannten Kahlfrost, der auftrete, wenn eine schützende Schneeauflage fehle. Die Kammer erinnerte in diesem Zusammenhang an die Auswinterungsschäden infolge der extremen Tiefsttemperaturen im Februar 2012. Bleibe die Winterkälte jedoch aus, werde den Böden die sogenannte Frostgare fehlen. Bei dieser gefriere die Feuchtigkeit im Ackerboden und dehne sich aus, was die Erde locker mache.

Ohne Frostgare komme es dagegen zu verdichteten Böden, was den Wurzeln der Ackerpflanzen nicht gut bekomme, erläuterte die Kammer. Wie diese weiter mitteilte, leiden unter den milden Temperaturen insbesondere die rund 180 rheinland-pfälzischen Winzer, die mehr als 110 ha Rebfläche für die Ernte von Eiswein angemeldet haben. Wo die Trauben inzwischen nicht geerntet oder gar aufgegeben worden sein, schwinde mit jedem Tag die Hoffnung auf Eiswein des Jahrgangs 2015, weil die Trauben bei Lese und Verarbeitung gefroren sein müssten.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE