21.03.2013 11:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Lebensmittel
Herr und Frau Schweizer haben weniger Lust auf Spaghetti und Co
Trotz der kräftigen Einwanderung werden in der Schweiz weniger Teigwaren gegessen. Im Durchschnitt ass ein Mensch hierzulande im vergangenen Jahr 9,15 Kilogramm. Das sind 170 Gramm oder knapp zwei Teller Spaghetti weniger als im Vorjahr (9,32 Kilogramm).

Der Pro-Kopf-Verbrauch ist damit auf den tiefsten Stand seit 1990  gefallen, wie aus den Zahlen der Vereinigung der Schweizerischen  Teigwarenindustrie Swiss Pasta hervorgeht, die am Donnerstag  veröffentlicht wurden. Damals wurden ebenfalls 9,15 kg pro Kopf  verspiesen. Der Spitzenwert von 1999 bleibt dadurch in weiter Ferne. Im  Rekordjahr waren in der Schweiz pro Person noch 10,10 kg auf die  Teller gekommen.

Nummer drei in Europa

Dennoch essen die Menschen in der Schweiz nach wie vor viel und  gerne Pasta. Der Pro-Kopf-Verbrauch bedeute europaweit Rang 3 hinter  Italien und Griechenland, schreibt der Verband.

Insgesamt verzehrten die schätzungsweise 8 Millionen Menschen  hierzulande 73'130 Tonnen Teigwaren. Das sind 0,6 Prozent weniger  als im Vorjahr, als die Wohnbevölkerung erst 7,9 Millionen Personen  betrug.

Zu kämpfen hatten die Schweizer Teigwarenhersteller, deren  Produktion um 7,2 Prozent auf 43'139 Tonnen schrumpfte. Nach dem  steilen Anstieg im Vorjahr brachen die Exporte 2012 um über ein  Drittel auf noch 3409 Tonnen ein. Das ist der tiefste Stand seit den  frühen 1980er Jahren. Der harte Franken und der der Preiskampf auf  dem europäischen Markt hinterliessen einschneidende Spuren, hiess es.

Während die Schweizer Hersteller im Inland einen Rückgang der  Verkäufe um 3,2 Prozent auf noch 39'730 Tonnen hinnehmen mussten,  kletterten die Importe um 2,6 Prozent auf 33'400 Tonnen. Damit haben  die ausländischen Produzenten einen Marktanteil von 45,7 Prozent  erobert. Das ist der höchste Stand aller Zeiten.

Angespannte Beschaffungslage

Sorge bereitet dem Verband die Beschaffung des Rohstoffs  Hartweizen, die angespannt ist. Aufgrund logistischer Probleme in  Kanada würden Verschiffungstermine oft kurzfristig verschoben, was  zu Verzögerungen bei den Auslieferungen von bis zu 20 Wochen führe.

Durch die Auflösung der kanadischen  Getreidevermarktungsorganisation Canadian Wheat Board würden neue  Händler und auch Farmer als Unternehmer am Markt auftreten, die ihre  Ernte direkt absetzten. Während der Erntezeit werde jedoch sehr  wenig Volumen gehandelt, die Transparenz sei geringer als früher,  die Volatilität nehme zu, schreibt Swiss Pasta.

Immerhin scheine sich die Lage aufgrund der Witterung nicht  weiter zu verschärfen. Nachdem wegen der Trockenheit die  Ernteerträge 2012 massiv tiefer gewesen seien als angenommen, was  die Preise in die Höhe getrieben habe, rechne man für das laufende  Jahr mit einer durchschnittlichen Ernte.

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