9.02.2018 16:25
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Ernährung
FCB-Star gegen Massentierhaltung
Valentin Stocker kickt nach einem 3.5-jährigen Abstecher in der Bundesliga bei Hertha Berlin wieder beim FC Basel. In der deutschen Hauptstadt hat sich der Innerschweizer auch mit dem Thema Tierschutz und Fleischherkunft befasst.

Der gebürtige Krienser polarisiert. Bei den Fans des FC Basel ist der feingliedrige und technisch versierte Stocker einer der Publikumslieblinge. In anderen Stadien, insbesondere im Berner Wankdorf, stösst der 28-Jährige auf weniger Gegenliebe. Dies verwundert kaum, vermieste er doch 2008 und 2010 den Berner Young Boys in der Finalissima (letztes Spiel der Meisterschaft) mit insgesamt einem Tor und zwei Assists den Meistertitel.

Mit Tieren aufgewachsen

Der Nationalspieler ist aber nicht nur am Fussball interessiert, sondern auch am Tierwohl, wie er unlängst dem «Blick» und dem «Tages-Anzeiger» sagte. Seine Liebe zu den Tieren hat bereits in den Jugendjahren ihren Anfang genommen. «Ich bin mit Hunden, Katzen und Hasen gross geworden. Am Gymnasium war Biologie mein Lieblingsfach», sagte Stocker dem «Blick».

Mit den Themen Tierhaltung und Antibiotika beschäftigte sich der Fussballer bereits vor seinem Abstecher nach Berlin. «Ich setze mich seit längerer Zeit mit Massentierhaltung und mit dem Einsatz von Antibiotika in der Mast auseinander», erklärte Stocker dem «Tages-Anzeiger». Mit der Zeit habe er beschlossen, dass er nur noch Fleisch essen wolle, dessen Herkunft er moralisch vertreten könne.


«Wir stossen an eine Grenze»

Stocker ist rund zweimal pro Woche Fleisch, sonst ernährt er sich vegetarisch. Er achte auf regionale Herkunft und artgerechte Haltung. «Ich weiss, dass nicht jeder meine finanziellen Möglichkeiten hat und Bio-Fleisch vom Ueli-Hof kaufen kann», fährt Stocker fort. Jeder könne sich aber fragen, was er brauche und wie viel er davon brauche.

«Für ein Kilo Fleisch werden 100 Kilo Getreide benötigt. Irgendwann geht das nicht mehr auf. Wir werden an eine Grenze stossen. Und irgendwann muss ein Umdenken stattfinden», mahnt Stocker.

Ziel: Schweizer Meister

Stocker, der bisher 177 Spiele in der höchsten Schweizer Liga (Super League) und 68 Partien in der Bundesliga absolvierte und dabei insgesamt 58 Tore erzielte, konzentriert sich in den kommenden Wochen auf die Meisterschaft. Nach dem missglückten Comeback im heimischen St. Jakob-Park – Basel verlor mit 0:1 gegen den FC Lugano – steht am Samstag der Match in Thun auf dem Programm. Durch die Niederlage ist der Rückstand auf Tabellenführer YB auf fünf Punkte angewachsen. Für Stocker und sein Team sind 3 Punkte Pflicht, um im Meisterrennen nicht abgehängt zu werden.

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