7.06.2017 07:34
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Südafrika
Farmer besser schützen
Zu Beginn der Budgetdebatte im Parlament in Pretoria, Südafrika, rief Landwirtschaftsminister Zokwana zu einem Moment der Stille auf für die Landwirte, die ihr Leben bei Überfällen auf Farmen verloren hatten.

Zum Jahreswechsel noch forderte Südafrikas Minister für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei, Senzeni Zokwana, alle Stakeholder auf, die Vision Afrikas zu unterstützen, den Kontinent zum Brotkorb der Welt zu machen.

Da dies unter den herrschenden Bedingungen kaum möglich ist, zeigt der Tatbestand, dass die produktivsten Produzenten im einzigen Land Afrikas, welches als Brotkorb bezeichnet werden kann und Lebensmittel produziert, bedroht sind. Seit dem Ende der Apartheid vor über 20 Jahren sollen in Südafrika von den 40‘000 Farmern rund 4‘000 ermordet worden sein, über 20‘000 Farmer und Landarbeiter oder deren Familienmitglieder erlitten Körperverletzungen bei Überfällen.

Die Tötung von Landwirten und Landarbeiter muss aufhören

Bei der letzten Budgetdebatte im Parlament Ende Mai 2017 zeigte sich eine Sache, in welcher sich der Afrikanische Nationalkongress ANC und die Demokratische Allianz DA einig sind: Die Tötung von Landwirten und Landarbeiter muss aufhören. "Wir müssen Landwirte und Landarbeiter schützen", rief Minister Zokwana in die Debatte.

Er sagte, die Debatten über die Landwirtschaft sollten nicht politisiert werden und forderte ein Ende des Rassismus sowie eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Parteien. "Wenn wir Erfolg haben wollen, müssen wir die Gesellschaft und den Umgang miteinander erneuern, transformieren,“ forderte Zokwana. Meist werden vorwiegend weisse Farmer von schwarzen Kriminellen umgebracht.

Zu wenig Polizei Personal zur Verfügung

Annette Steyn, Schattenministerin der Landwirtschaft für die DA sagte, dass Angriffe auf Farmer eine höhere Priorisierung in der Bekämpfung erhalten sollen, so dass mehr Ressourcen für ländliche Sicherheitseinheiten zugeteilt werden könnten, wie das Fachmagazin Farmers Weekly berichtet. Sie fügte hinzu, dass die südafrikanische Polizei auf dem Land zu wenig Personal habe und dass die ländliche Sicherheitsstrategie nicht ordnungsgemäss umgesetzt wurde.

"Südafrikanische Landwirte werden als Teil der Besten der Welt anerkannt und sorgen für die Ernährungssicherheit unter extrem schwierigen Umständen", erklärte sie. Steyn äusserte zudem auch die Besorgnis der DA über unverschämte politische Aussagen, die Investoren im In- und Ausland verunsicherten und so notwendige Investitionen in den Sektor behinderten.


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