16.07.2015 09:46
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Landwirtschaft erleidet Millionenschaden
Platzregen, Hagelkörner bis zur Grösse von Tennisbällen und Orkanböen haben nach der jüngsten Hitzewelle in den ersten Julitagen der Landwirtschaft Schäden in Millionenhöhe zugefügt. Wie die Vereinigte Hagelversicherung vergangene Woche in Giessen berichtete, schätzt allein sie die Schadensumme dieser Tage mittlerweile auf rund 25 Mio Euro.

Besonders schwer traf es dem Versicherungsunternehmen zufolge diesmal die Regionen um Giessen, Münster, Nürnberg und zum Teil Berlin. Allein in einer etwa 25 km breiten und 80 km langen Schneise zwischen Nordhausen und Delitzschseien mehr als 15 000 ha Getreide, Raps, Zuckerrüben und Mais betroffen.

50'000 ha werden überprüft

Nach Erhebungen des Landesbauernverbandes (LBV) Sachsen-Anhalt ist hier auf mehr als 5'000 ha ein Totalschaden zu verzeichnen. Besonders stark habe es zudem Obstplantagen in den Regionen Mansfeld-Südharz und Saaletal getroffen, wo nicht nur die Früchte verloren seien, sondern auch Bäume erhebliche Schäden davongetragen hätten. Weitere Schäden sind laut Vereinigter Hagelversicherung auf 7'000 ha in der Gegend zwischen Bad Münstereifel und Gummersbach gemeldet worden.

In Bayern waren es dem Unternehmen zufolge Hagelzüge vom Donauried bis in die Hallertau, die tausende Hektar an landwirtschaftlichen Kulturen zerstörten. Auch Deutschlands grösstes Hopfenanbaugebiet habe in diesem Jahr wieder einiges abbekommen. 70 Sachverständigenkommissionen seien bereits auf rund 50'000 ha im Einsatz, um die Schäden zu prüfen und zu regulieren.

Schnelle Regulierung

Für eine zügige und unbürokratische Schadensregulierung rät die Vereinigte Hagelversicherung den von Unwetterschäden in ihren Feldbeständen betroffenen Landwirten, möglichst schnell mit ihrer Hagelversicherung in Kontakt zu treten. Die Bezirksdirektionen der Hagelversicherungen würden die Schadensmeldungen aufnehmen und umgehend die Sachverständigen zu den betroffenen Schlägen zur Begutachtung entsenden.

Sollte die Schadensfeststellung vor der Ernte jedoch nicht mehr praktikabel sein, könnten nach Rücksprache mit der Bezirksdirektion sogenannte Probestücke stehen gelassen werden. Dazu müssten in der Regel an den Ecken und in der Mitte des Schlags mindestens fünf Probestücke von je 100m² Grösse verbleiben, um den Schaden auch nach der Ernte noch feststellen zu können. Auf jeden Fall sei vor dem Abernten aber die Zustimmung der Bezirksdirektion einzuholen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE