28.09.2017 12:40
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Österreich
Bahnschranke zu Maisfeld irritiert
In Schwertberg, rund 30 Kilometer von Linz (A) entfernt, sorgt eine Bahnschranke für Gesprächsstoff. Der Übergang zu einem Maisfeld, der nun sehr selten benutzt wird, ist in ganz Österreich bekannt. Für das Bahnunternehmen standen Sicherheitsaspekte im Vordergrund.

Entlang der Donaueruferbahn wird derzeit tüchtig gebaut. 17 Bahnschranken und Lichtzeichen-Anlagen werden ersetzt. Darunter auch solche, die für Kopfschütteln sorgen. Zwei Schrankenanlagen wurden bei Übergangen von landwirtschaftlich genutzten Feldwegen montiert, wie die «Oberösterreichischen Nachrichten» berichten.

Schildbürgerstreich

Für Unverständnis sorgt eine Bahnschranke zwischen einem Maisfeld und einer Zufahrtsstrasse, die als Sackgasse gekennzeichnet ist. Hier passiere wochenlang kein Fahrzeug den Übergang, kritisierte ein Leser der Zeitung die Österreichische Bundesbahn (ÖBB). Zudem gäbe es in Österreich viel stärker befahrene Übergänge, moniert der Leser. Das Ganze sei ein Schildbürgerstreich ersten Ranges, fährt er fort.

Die ÖBB hingegen sagt, der Bau der Anlagen sei Teil einer Sicherheitsoffensive. Die Züge können künftig mit mehr als 60 km/h fahren. Bei solchen Geschwindigkeiten müssen gemäss Eisenbahngesetz die Übergänge mit einer Schrankenanlage gesichert werden. Beim besagten Übergang konnte die Bahn keine Lösung mit dem Landwirt finden. Das Bahnunternehmen wollte diesen aufheben und suchte das Gespräch mit dem Landwirt, dem das Feld gehört und ein Wegrecht besitzt.

Vorher von Hand geöffnet

Nach dreijährigen Verhandlungen brachen die ÖBB die Gespräche. Für den Landwirt kam eine Aufhebung nicht infrage. Denn ohne die Zufahrt über die Bahnstrecke müsste er einen Umweg von gut einem Kilometer in Kauf nehmen, um zu seinem Feld zu gelangen. Der Landwirt habe «unverschämte» Forderungen gestellt, klagte eine ÖBB-Sprecher gegenüber den «Oberösterreichischen Nachrichten». Deshalb habe die Bahn keine andere Möglichkeit gehabt, als die Anlage in diesem Sommer zu erneuern.

Der Landwirt musste die alte Anlage von Hand bedienen. Bevor er zu seinem Feld fahren konnte, musste er jeweils die ÖBB informieren. Das sei nun nicht mehr notwendig, sagt der Landwirt der Zeitung. Ihm persönlich hätte eine Lichtanlage als Sicherung gereicht, fährt er fort. Dass es ein vollbeschrankter Übergang geworden ist, sei Sache der ÖBB. Der Bau der Bahnschranke hat gemäss Angaben des Bahnunternehmens einen tieferen sechsstelligen Betrag gekostet.

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