14.10.2017 16:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Weniger «Stinker» bei Bioebern
Eine Studie belegt: Eber aus der ökologischen Mast «stinken» weniger.

Bei der ökologischen Ebermast gibt es weniger geruchsauffällige Tiere als bei der konventionellen Haltung. Dies ist eines der Ergebnisse einer dreijährigen Studie der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, der Universität Kassel und der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, die vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) finanziert wurde.

Fünf Betriebe

Ziel der wissenschaftlichen Studie zur ökologischen Ebermast war es, ein Konzept für eine bedarfsgerechte Fütterung sowie Haltung von Bioebern zu entwickeln und die Verarbeitungseignung von Eberfleisch zu untersuchen. Bei dem Projekt auf insgesamt fünf Biohöfen hat der Anteil geruchsauffälliger Eber laut BÖLN bei durchschnittlich 1,4 % gelegen. Er war damit deutlich geringer als in konventionellen Haltungen, wo Anteile zwischen 5 % und 10 % üblich sind.

Ein Einfluss des Futtermittels oder der Fütterungsstrategie auf den unerwünschten Ebergeruch der Tiere konnte dabei aber nicht nachgewiesen werden. Deshalb vermuten die Wissenschaftler, dass die geringe Zahl geruchsauffälliger Eber vor allem auf die extensive Biohaltung mit mehr Platz, Einstreu und Raufuttergaben für die Einzeltiere zurückzuführen ist. Das könne die Bildung von Stresshormonen verringern, die allgemein für die Ausbildung von geruchsauffälligem Fleisch verantwortlich gemacht werden, so die Forscher.

Mit Risiken verbunden

Eine flächendeckende Einführung der ökologischen Ebermast ist ihnen zufolge jedoch trotz der vielversprechenden Ergebnisse mit Risiken verbunden, da es auf der Verarbeitungsstufe nicht gelungen ist, ausschliesslich verlässlich geruchsfreie Endprodukte herzustellen. Die Untersuchungen zur Verarbeitung von auffälligem Eberfleisch hätten ergeben, dass sich das Fleisch eher für Produkte eigne, die nicht zum Warmverzehr vorgesehen seien.

Bei den Fütterungsversuchen hätten alle Eber, unabhängig vom Futtermittel, im Vergleich zur Kontrollgruppe mit kastrierten Tieren schlechtere Tageszunahmen und längere Mastzeiten aufgewiesen. Allerdings hätten sie durch deutlich höhere Magerfleischanteile überzeugt. Entscheidenden Einfluss auf den Masterfolg hat nach Einschätzung der Forscher vor allem die Qualität des betrieblichen Managements.

Eine betriebswirtschaftliche Auswertung habe ergeben, dass beim Einsatz eines eiweissreichen Testfutters eine annähernd gleiche Futterverwertung bei Ebern und Börgen erzielen worden und bei gutem Management eine wirtschaftliche Ebermast grundsätzlich möglich sei.

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