27.12.2017 13:42
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Wildtiere (9/9)
Wird der Schutz gelockert?
Der Bundesrat hat am 23. August 2017 die Botschaft zur Änderung des Jagdgesetzes verabschiedet. Er schlägt dem Parlament neue Regeln für die Regulierung bestimmter geschützter Tierarten - wie dem Wolf - vor, wenn trotz Präventionsmassnahmen wie Herdenschutz Schäden oder die Gefährdung von Menschen drohen.

Diesen Vorschlag erarbeitete der Bundesrat durch den Auftrag der 2015 vom Parlament angenommene Motion vom Bündner Ständerat Stefan Engler "Zusammenleben von Wolf und Bergbevölkerung". Diese Motion verlangt eine Teilrevision des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel. Damit sollen die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden, um zukünftig Wolfsbestände regulieren zu können, bevor grosse Konflikte entstehen.

Wolf soll wie Steinbock behandelt werden


Nach dem Vorschlag des Bundesrates soll der geschützte Wolf neu so behandelt werden wie der ebenfalls geschützte Steinbock. Und ebenso kann das Parlament weitere Wildtierarten auflisten, die ebenfalls auf die gleiche Art und Weise reguliert werden dürfen.

Bereits hat das Parlament die Aufnahme des Höckerschwans beschlossen und ebenfalls diskutiert wird die Aufnahme des konfliktträchtigen, geschützten Bibers. Zusätzlich schlägt der Bundesrat vor, dass die bereits 2012 auf dem Verordnungsweg beschlossenen verkürzten Schonzeiten für Wildschwein und Kormoran ins Jagdgesetz aufgenommen werden sollen.

Walliser Initiative "Wolf. Fertig lustig!" abgelehnt

Der Kanton Wallis forderte mit der Standesinitiative mit dem Titel "Wolf. Fertig lustig!", dass die Schweiz den Wolf zur jagdbaren Art erklärt und als Vorbedingung die Berner Konvention, den völkerrechtlichen Vertrag über den Artenschutz, kündigt und allenfalls neu verhandelt. Das Parlament hat diese Standesinitiative definitiv abgelehnt.

Trotzdem wird der Bundesrat auf Antrag der ständerätlichen Umweltkommission UREK eine entsprechende Rückstufung des Wolfes von "streng geschützt" auf "geschützt" beantragen. Damit wären Wölfe gleich streng geschützt wie Murmeltiere, Luchse oder Steinböcke. Solche Initiativen zeigen wie präsent das Thema Grossraubtiere in der Bevölkerung und in der Politik ist. Es ist mit vielen Emotionen und unterschiedlich gelagerten Interessen gekoppelt und wird auch in den kommenden Jahren viel zu reden geben.

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