22.03.2015 15:27
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Natur
Wildbienen durch Landwirtschaft gefährdet
Die intensive Agrarwirtschaft und die Aufgabe traditioneller Bewirtschaftungspraktiken stellen eine Bedrohung für Wildbienen dar. Zu dieser Einschätzung gelangt ein aktueller Bericht, der von der Europäischen Kommission kofinanziert wurde.

Danach führen Intensivlandwirtschaft, die Hinwendung zur Silageproduktion zu Lasten des Heuens oder der großflächige Einsatz von Insektiziden und Mineraldünger zur Verschlechterung oder sogar zum Verlust von Lebensraum für die Bienen, und zwar in großem Stil. Als weiteren negativen Haupteinfluss machen die Forscher der Weltnaturschutzunion IUCN, die unter anderem die Rote Liste gefährdeter Arten erstellt, den Klimawandel verantwortlich.

Der Bericht soll in eine Bewertung des EU-Ziels, bis 2020 den Artenschwund in Europa zu stoppen, einfließen. Nach Angaben der Wissenschaftler sind schätzungsweise 9,2 % der 1 965 bekannten Wildbienenarten in Europa vom Aussterben bedroht, und weitere 5,2 % könnten demnächst als gefährdet betrachtet werden. Allerdings räumen die Experten ein, dass in der Wildbienenforschung eine große Datenlücke bestehe. Für die Hälfte der Bienenarten könnten deshalb keine Aussagen zur Bedrohung gemacht werden.

EU-Umweltkommissar Karmenu  Vella erklärte anlässlich der Veröffentlichung des Papiers: „Unsere Lebensqualität und unsere Zukunft hängen von den vielen Dienstleistungen ab, die uns die Natur gratis zur Verfügung stellt.“ Die Bestäubung sei eine davon; deshalb sei es sehr besorgniserregend, zu erfahren, dass sich einige der dafür wichtigsten Insekten in Gefahr befänden. „Wenn wir nicht die Gründe angehen, die hinter dem Rückgang der Wildbienen stehen, und schnell handeln, um den Schwund zu stoppen, können wir einen sehr großen Preis dafür bezahlen“, so der Kommissar. Er verwies auf Schätzungen, wonach die Bestäubung durch Bienen eine Agrarproduktion im Wert von 22 Mrd Euro allein in Europa ermögliche, und weltweit sogar von 153 Mrd Euro.

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