5.09.2017 09:44
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Bienen
Vergiftete Bienen: Imker beunruhigt
Im laufenden Jahr sind in der Schweiz deutlich mehr Bienenvergiftungen durch Pflanzenschutzmittel aufgetreten, als in den Jahren zuvor. Der Dachverband apisuisse ruft zum Handeln auf.

Imkerinnen und Imker stehen ratlos und erschüttert vor ihren Bienenstöcken, wenn sie mit einem Vergiftungsfall konfrontiert sind, heisst es in einer Medienmitteilung von apisuisse. Tausende verendete, oder auf dem Rücken zappelnde Biehen sind vor den Fluglöchern.

Für die Imkerinnen und Imker gibt es eine kompetente Anlaufstelle, der Bienengesundheitsdienst (BGD), das Beratungs- und Kompetenzzentrum von apisuisse. «In diesem Jahr wurden bereits über 20 Verdachtsfälle gemeldet, in 13 Fällen wurden auf Grund der Laboranalysen Vergiftungen durch Pflanzenschutzmittel nachgewiesen», sagt Anja Ebener, Leiterin des BGD besorgt. Dies wären weit mehr Fälle als in den vergangenen Jahren.

Dringender Handlungsbedarf

Die Zunahme von akut vergifteten Bienen ist aus Sicht der Imkerinnen und Imker erschreckend und zeigt auf, dass bezüglich Pestiziden und Bienen dringender Handlungsbedarf besteht. Zentralpräsident des Vereins deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde (VDRB), Mathias Götti Limacher gibt zu bedenken: «Bienen müssen besser vor Pestiziden geschützt werden.

Jeder Vergiftungsfall ist einer zu viel. Zudem müssen wir leider von einer beträchtlichen Dunkelziffer ausgehen. Viele Vergiftungen werden entweder nicht gemeldet oder nicht erkannt, beispielsweise weil nicht alle zu einem Massensterben führen (oft schleichender Verlauf).»

Wildbienen sind ebenfalls betroffen

Weil Honigbienen grosse Völker bilden, werden Vergiftungen vorwiegend bei ihnen entdeckt. Waldbienen leben meist einzeln, deswegen fallen Vergiftungen niemandem auf. Aber auch bei Wildbienen muss von Vergiftungen ausgegangen werden.

Es steht in Aussicht, dass der Bundesrat diesen Herbst einen «Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel» verabschieden wird. apisuisse fordert, dass die Situation ernst genommen wird. Gesunde Wild- und Honigbienen sind von grossem, öffentlichem Interessen. Denn sie tragen durch ihre Bestäubung im Wesentlichen zur Wertschöpfung bei und sind ein unerlässlicher Teil der Biodiversität.


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