10.05.2017 14:36
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Wolf
Staatsrat will Stadtwolf nicht abschiessen
Anfang Februar wurde im Freiburger Bezirk Greyerz ein Wolf mehrmals mitten im Siedlungsgebiet gesichtet. So unter anderem auch mitten im Städtchen Bulle. Trotzdem sieht der Freiburger Staatsrat keinen Handlungsbedarf.

Grossrat Nicolas Kolly (SVP, Essert FR) ist gemäss einer Anfrage an den Staatsrat der Meinung, dass gemäss dem Konzept Wolf Schweiz des Bundes die Anwesenheit eines Wolfes in Siedlungsgebieten eine Gefahr für den Menschen darstelle, weshalb der Wolf der Stadtwolf nicht geschossen werden müsste, da die Anwesenheit eines Wolfes in Siedlungsgebieten eine Gefahr für die Menschen darstelle.

In der Anfrage wollte Grossrat Nicolas Kolly (SVP, Essert FR) deshalb vom Staatsrat wissen, ob der Staatsrat beim Bund eine Bewilligung für den Abschuss des Stadtwolfes gestellt habe?

Die Freiburger Regierung verneinte in ihrer soeben publizierten Antwort. Gemäss Artikel 4bis der Verordnung vom 29. Februar 1988 über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSV) sei  «ein Abschuss von Wölfen (…) nur zulässig aus einem Wolfsrudel, das sich im Jahr, in dem die Regulierung erfolgt, erfolgreich fortgepflanzt hat» (Abs. 1). Und weiter: «Eine Regulierung infolge erheblicher Gefährdung von Menschen ist zulässig, wenn sich Wölfe aus einem Rudel aus eigenem Antrieb regelmässig innerhalb oder in unmittelbarer Nähe von Siedlungen aufhalten und sich dabei gegenüber Menschen zu wenig scheu oder aggressiv zeigen». Das beobachtete Einzeltier erfülle die in der Gesetzgebung und im Konzept Wolf Schweiz festgelegten Bedingungen derzeit nicht. «Es hat kein Wolfsrudel auf Freiburger Boden», so das Fazit der Regierung.


Falls der Staatsrat nicht beabsichtige, eine Abschussbewilligung zu erteilen, könne er zu 100 % versichern, dass die Anwesenheit eines Wolfes in Siedlungsgebieten keine Gefahr für den Menschen darstelle, wollte Kolly weiter wissen.

Der Staatsrat zitiert eine kürzlich publizierte Studie dazu (KORA Bericht Nr. 76, 2016). Dort sei festgehalten worden: «In keinem Fall wurde aggressives Verhalten gegenüber Menschen auf vorherige Beobachtungen von wiederholter Annäherung an Menschen oder Gebäude zurückgeführt.» Im gleichen Bericht wird erwähnt, dass der letzte Angriff auf einen Menschen 1975 in Spanien stattfand. Die übrigen beobachteten Angriffe wurden entweder auf Tollwut oder auf Selbstverteidigung der Wölfe aufgrund eines Angriffs durch den Menschen zurückgeführt. Der Wolf gehört zu den Wildtieren. Die Konsequenzen eines allfälligen Angriffs durch den Wolf seien daher grundsätzlich auf ähnliche Weise gedeckt wie die Zwischenfälle mit Wildtieren.

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