26.06.2015 09:07
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt
Varroa
Nach der Honigernte folgt Varroabehandlung
Noch produzieren die Bienen fleissig Honig. Doch im fortschreitenden Jahr erstarkt ihr grösster Feind, die Varroa-Milbe. Der Parasit verdoppelt sich in den Völkern monatlich und schwächt diese durch die Übertragung von Krankheiten.

Sobald der Honig versiegt, werden Imkerinnen und Imker ihre Bienen im Kampf gegen die Milbe mit einer Ameisensäure-Behandlung unterstützen. Damit ist das Volk für den nächsten Winter gerüstet. Die Varroa-Milbe, ein ursprünglich mit Bienenimporten aus Asien eingeschleppter Parasit, hat sich die Honigbiene als Wirt ausgesucht. In der warmen Jahreszeit von Mai bis Oktober vermehrt sie sich rasend schnell. Das kleine Spinnentier ernährt sich von Hämolymphe, dem Bienenblut. Gleichzeitig überträgt es Viren. Solange die Milben-Population nicht zu gross ist, kann die Biene damit umgehen.

Nach 21. Juni wird es heikel

Besonders heikel wird es nach dem 21. Juni, dem längsten Tag. Kurze Zeit später beginnt das Volk seine Vorbereitungen für den nächsten Winter und reduziert seine Stärke. Bei gleichzeitig enorm wachsender Varroa-Zahl wird der Druck für die nützlichen Bestäuber irgendwann unerträglich. Dabei brauchen die langlebigen Winterbienen besonders viel Energie, um die kalte Jahreszeit schadlos zu überstehen. „Mit einem guten Betriebskonzept kann der fachkundige Imker den Schädling allerdings im Griff behalten und Winterverluste weitgehend vermeiden“, fasst Jürg Glanzmann von apiservice zusammen: „Spätestens Ende Juli ist es Zeit für die Behandlung mit Ameisensäure. Die Bekämpfung der Varroa hat gegenüber der Honigernte Priorität.“

Gegen chemische Mittel

Der Bienengesundheitsdienst setzt auf organische Säuren und rät vom Einsatz chemischer Mittel ab. Letztere bergen die Gefahr einer Resistenzbildung und können in Wachs oder Honig Rückstände bilden. Georges Gerber, jurassischer Bienenzüchter mit 80 Völkern, kennt die Wichtigkeit der Varroa-Überwachung: „Entdecke ich in meinen Völkern einzelne lebende Milben oder erkenne Bienen mit befallstypisch verkrüppelten Flügeln, ist es für eine Behandlung in vielen Fällen schon zu spät. Nur dank einer regelmässigen Befallskontrolle kenne ich den Milbendruck und kann rechtzeitig aktiv werden. Neben den Säurebehandlungen trägt auch die Kunstschwarmbildung im Frühjahr viel zum Erfolg bei.“

Bienengesundheitsdienst

Der Bienengesundheitsdienst berät Imkerinnen und Imker kostenlos über die Hotline 0800 274 274 oder via E-Mail an info@apiservice.ch. Merkblätter für die Durchführung der demnächst anstehenden Sommerbehandlung können heruntergeladen werden unter www.apiservice.ch/varroa.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE