17.01.2013 16:53
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Aargau/Basel-Land
Mit Sonderjagden die Schwarzkittel reduzieren
Im Fricktal tummeln sich dieses Jahr besonders viele Wildschweine. Dank einem Mastjahr haben sie sich stark vermehrt. Das Bejagen dieser cleveren Tiere ist jedoch nicht einfach.

Wildschweine machen den Bauern in der Nordwest- und Nordostschweiz schwer zu schaffen. Teilweise „pflügen“ sie die Felder komplett um. Auch das Fricktal wird von den intelligenten Tieren „heimgesucht“.

Treibjagd nur bei hohem Populationsdruck

Im Herbst 2011 begann ein Mastjahr. In den Wäldern fanden die Wildschweine viele Buchnüsse und Eicheln und waren so wohlgenährt. Dies wirkte sich auch auf die Fruchtbarkeit aus. Wie die „Basler Zeitung“ in ihrer Donnerstagausgabe berichtet, erblickten im vergangenen Jahr Hunderte Frischlinge das Licht der Welt. Nun gilt es, die Bestände zu reduzieren.

Dominik Thiel, stellvertretender Jagdverwalter des Kantons Aargau, sagte gegenüber der BaZ, dass es das Ziel sei, mit einer Treibjagd bis zu zehn Schweine zu erlegen. Sonderjagden mit Stöberhunden dürfen aber nur in Gebieten durchgeführt werden, wo der Druck durch die Wildschweinpopulation auf die Landschaft hoch ist.

Doch auch mit Treibjagden es nicht einfach, die mit einem guten Geruchsinn ausgestatteten Schwarzkittel zu überlisten. Zudem darf die Leitbache nicht geschossen werden, da sonst die Gruppe auseinanderfällt und das Chaos ausbricht. Die Folge wäre: Andere Tiere „wüten“ noch intensiver in den Feldern.

Pendeln zwischen der Schweiz und Deutschland

Jagdverwalter Thiel macht das bessere Futterangebot durch die Landwirtschaft für die rasche Vermehrung mitverantwortlich. Natürliche Feinde wie der Wolf, kalte Winter oder Krankheiten seien verschwunden oder selten. Und die grossen Wälder im Fricktal würden das Bejagen erschweren. Doch die Bestände könnten sich in kurzer Zeit auch schnell wieder reduzieren, sagt Thiel der BaZ.

Ganz clevere Wildschweine schwimmen bei Gefahr durch den Rhein und bringen sich so in Sicherheit. Wenn diese vorüber ist, kehren sie zurück. Das macht die Arbeit für die Jäger nicht einfacher.

Auch im Kanton Basel-Land tummeln sich markant mehr Wildschweine umher. Kantonstierarzt Ignaz Bloch berichtet von 900 geschossenen Tieren. Die Jäger müssten „dranbleiben“, sonst würden sich die Bestände dieses Jahr wieder erhöhen.

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