30.05.2013 18:17
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Bienen
Imker atmen durch – Völkerverluste fallen durchschnittlich aus
Im Winter 2012/13 sind die Verluste mit 25 Prozent der Bienenvölker durchschnittlich ausgefallen. Im Winter zuvor war die Bilanz hingegen katastrophal. Das Problem des Bienensterbens ist aber nach wie vor ungelöst.

Im Winter 2011/12 mussten die Imker hingegen hohe Verluste hinnehmen. Knapp jedes zweite Bienenvolk hatte diesen nicht überlebt. Der finanzielle Verlust wurde auf rund 25 Mio. Franken geschätzt.

In diesem Jahr fällt die Bilanz glücklicherweise nicht so dramatisch schlecht aus, wie die Forschungsanstalt Agroscope am Donnerstag in einem Communiqué mitteilt. Die Dachorganisation der Schweizer Imkerverbände, apisuisse, wertete die Antworten von rund 1000 Imkern aus.

Keine regionalen Unterschiede

Die Auswertung ergibt, dass die Verluste zwischen dem Einwintern der Bienenvölker im Oktober 2012 und dem Auswintern im April 2013 bei rund 15 Prozent lag. 5 Prozent der Völker gingen bereits vor dem Einwintern verloren. Weitere knapp 9 Prozent waren nach Auswintern zu schwach, um sich zu einem Wirtschaftsvolk zu entwickeln. Regionale Unterschiede waren kaum auszumachen. So sei in praktisch sämtlichen Landesteilen zu Totalverlusten gekommen. Es habe aber auch Imker gegeben, die ohne Verluste den Winter überstanden hätten. 

„Diese Verluste liegen etwa in der Grössenordnung der vorangegangenen Jahre mit Ausnahme der Verluste im Winter 2011/2012, welche ausserordentlich hoch waren“, schreibt die ACW.  Zwei Gründe machen sich die geringeren Verluste verantwortlich. So seien die klimatischen Verhältnisse für die Entwicklung der Bienen und damit der Varroamilben ungünstig gewesen. Andererseits seien für den Wiederaufbau der Völkerbestände nach den grossen Verlusten ungewöhnlich viele Jungvölker gebildet worden.

Mehrere Gründe

Doch die Probleme des Bienensterbens sind damit nicht gelöst. Die in der Schweiz vor 30 Jahren eingeführte Varroamilbe, und den damit übertragenen Bienenviren, sind einer der Hauptgründe für die hohen Verluste. Aber auch das beschränkte Nahrungsangebot während bestimmten Jahresperioden, die fortschreitende Überbaung der Kultur- und Naturlandschaft und die allgemeine Umweltbelastung setzen der Biene zu.

Bundesrat gegen strengeres Insektizid-Verbot 

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte angesichts der am Donnerstag publizierten Verlustzahlen die Behörden auf, sämtliche bienenschädlichen Pestizide für immer aus dem Verkehr zu ziehen. Ein zeitlich befristetes Teilverbot, wie es die europäischen und Schweizer Behörden beschlossen haben, sei ein guter erster Schritt, reiche jedoch noch lange nicht, heisst es in einer Stellungnahme.  

Der Bundesrat will das Insektizid-Verbot zum Schutz der Bienen jedoch nicht ausweiten. Ein Bewilligungsentzug für alle potenziell bienengefährlichen Insektizide hätte dramatische Konsequenzen für die Landwirtschaft, schreibt er in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf einen Vorstoss der Wissenschaftskommission.  

Der Bundesrat zeigt sich aber einverstanden damit, die Ursachen des Bienensterbens genauer erforschen zu lassen und ein Massnahmenpaket zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln vorzulegen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE