28.09.2014 09:26
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Bienen
I: Gefürchteter Bienenschädling gefunden
In Italien ist erstmals der Kleine Bienenbeutekäfer aufgetaucht. Wie das dortige Landwirtschafts- und das Gesundheitsministerium in der vergangenen Woche mitteilten, wurde bei einem Bienenstock in der süditalienischen Provinz Kalabrien ein Befall festgestellt.

Daraufhin wurde das Volk zerstört und der Betrieb behandelt. Die Imker der Region wurden aufgefordert, ihre Stöcke sorgfältig zu beobachten. Sollte ein weiterer Befall auftauchen, müsse er unverzüglich gemeldet werden. Honig, Waben und jedes weitere Material, das eine Infektionsquelle sein könne, müssten beschlagnahmt werden.

Die umliegenden Grundstücke würden ebenfalls penibel untersucht und behandelt. Da sich die Larven zum Verpuppen im Boden vergraben würden seien, auch dieser mitzubehandeln, so die Ministerin. Die Massnahmen gelten in der Fachwelt nicht als übertrieben. Der Schädling könnte zu erheblichen Verlusten unter den europäischen Bienenvölkern führen. Der Käfer stammt den Angaben zufolge ursprünglich aus Schwarzafrika. Seine Larven fressen sich durch Honig-, Pollen- und Brutwaben und zerstören sie. Der Honig wird ungeniessbar.

In den späten neunziger Jahren wurde der Käfer in die USA eingeschleppt und hat dort zu starken Verlusten bei den Imkern geführt. In Europa wurde er erstmals 2004 in Portugal bei importieren Königinnen entdeckt und sofort zerstört. Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium riet Imkern, die normalerweise ihre Bienenvölker in der betroffenen Region in Italien überwintern lassen, in diesem Jahr davon Abstand zu nehmen.

Der Kleine Beutenkäfer sei vorsorglich auch in Deutschland als anzeigepflichtige Bienenkrankheit eingestuft, obwohl er hier bisher nicht vorkomme, berichtete das Ressort weiter. Für die Bekämpfung sei derzeit kein Medikament verfügbar. Sollte es zu einem Käferbefall kommen, könne nur auf ein in den USA erfolgreich eingesetztes Mittel zurückgegriffen werden.

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