16.01.2015 11:01
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bienen
Bienen: Importverbote wegen gefährlichen Schädlings
Aus Sizilien und aus Kalabrien dürfen seit Freitag keine Bienen und auch keine Imkereiprodukte mehr in die Schweiz importiert werden. Grund ist, dass in Süditalien im vergangenen Herbst der für Bienen sehr gefährliche Kleine Beutenkäfer entdeckt worden ist.

Mit der neu in Kraft gesetzten Verordnung werden Schutzmassnahmen der Europäischen Kommission aufgegriffen. Aus Sizilien und Kalabrien dürfen Honigbienen, Hummeln, gebrauchtes Imkereimaterial, zum Essen bestimmter Wabenhonig und nicht verarbeitete Imkerei-Nebenerzeugnisse nicht in die Schweiz eingeführt werden.

Behörden sollen eingreifen können

Eine in Vernehmlassung gegebene Anpassung der Tierseuchenverordnung soll zudem die Grundlage für ein Eingreifen der Behörden legen für den Fall, dass der Schädling in einer Schweizer Bienenhaltung auftaucht, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Freitag mitteilte.

Das Bundesamt rief die Imkerinnen und Imker in der Schweiz auf, bei jeder Einfuhr möglichst wachsam zu sein. Der Kleine Beutenkäfer könne sich schnell und unbemerkt verbreiten. Wer Honigbienen und Hummeln aus EU-Staaten in die Schweiz bringen will, braucht eine amtliche Gesundheitsbescheinigung.

Der Kleine Beutenkäfer (Aethina tumida) gilt als sehr gefährlicher Schädling für Honigbienen und Hummeln. Gefährlich sind vor allem seine Larven: Sie fressen Honig und Pollen, am liebsten aber die Brut der Bienen. Ist der Käfer erst einmal in einen Bienenstock oder ein Hummelnest eingedrungen, kann er nicht mehr eliminiert werden.

Vermehrung im Verborgenen

Die dunkelbraunen Käfer sind etwa fünf Millimeter lang und drei Millimeter breit. Sie verstecken und vermehren sich in verborgenen Winkeln des Bienenstocks. Sind die bis zwölf Millimeter langen Larven in die Waben eingedrungen, riecht der Honig, von dem sie fressen und der deshalb zu vergären beginnt, oft faulig.

Die Larven verlassen den Bienenstock, bevor sie sich verpuppen. Die neu geschlüpften Käfer suchen sich dann neue Bienenvölker, um sich zu vermehren. Der Lebenszyklus der Käfer dauert drei bis zwölf Wochen. Wie schnell sich die Tiere vermehren, hängt von den Lebensbedingungen ab. Die Käfer können auch den Winter überstehen.

Der Kleine Beutenkäfer stammt aus Zonen südlich der Sahara und wurde von dort aus in verschiedene Gebiete verschleppt. Im vergangenen Herbst wurden in Süditalien Exemplare gefunden. Die Importverbote sollen verhindern, dass der Käfer in die Schweiz gelangt.

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