15.03.2013 18:50
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/afp
Bienen
Bienen: EU-Pestizidverbot verhindert
Ein von der EU-Kommission zum Schutz der Bienen vorgeschlagenes Teilverbot bestimmter Pestizide ist zunächst am Votum von Deutschland und Grossbritannien gescheitert. Die beiden Staaten enthielten sich in der Abstimmung des zuständigen Ausschusses.

Die Stimmen beider Länder reichten, um weder den 13 Befürwortern noch den 9 EU-Staaten mit ablehnender Haltung eine Mehrheit zu verschaffen. Die EU-Kommission erhalte nach der ergebnislosen Abstimmung die Gelegenheit, ihren Vorschlag zu überarbeiten und zu einem späteren Zeitpunkt erneut vorzulegen, erklärte das deutsche Landwirtschaftsministerium in Berlin.

EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg will den Einsatz von drei sogenannten Neonicotinoiden für den Anbau von Mais, Sonnenblumen, Raps sowie Baumwolle für mindestens zwei Jahre verbieten. Vorerst erlaubt bleiben soll der Gebrauch der Chemikalien für Wintergetreide und Pflanzen, die keine Bienen anziehen.

Auch auf die Aussaat von Mais in diesem Sommer sollen die verschärften Bestimmungen noch keine Anwendung finden. Nach zwei Jahren will die EU-Kommission die Massnahmen überprüfen. Kritiker warnen, dass Neonicotinoide neben Vergiftungen auch dazu führen können, dass Bienen ihren Orientierungssinn verlieren und nicht mehr in die Bienenstöcke zurückfinden.

Deutschland hat den Einsatz der Neonicotinoide bereits  eingeschränkt. Nach einem Bienensterben im Jahr 2008 ist ihr Gebrauch bei Getreide und Mais verboten und bei Raps und Zuckerrüben nur noch unter strengen Auflagen erlaubt.

Der Agrochemiekonzern Syngenta in Basel begrüsste das Scheitern der geplanten Teilverbots von Pestiziden am Freitag. Syngenta forderte die EU dazu auf, den Kampf gegen die eigentlichen Gefahren für die Bienengesundheit zu verstärken und ihre Fokussierung auf Pestizide auf Neonicotinoid-Basis zu beenden. Diese hätten positive volkswirtschaftliche und ökologische Effekte.

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