5.12.2018 17:40
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Nischenproduktion
600 Franken pro Kilo Käse
Käse aus Elchmilch kostet um die 600 Franken pro Kilo. Der Elchkäse gehört damit zu den teuersten Käsen der Welt. Der hohe Preis ist auf die aufwändige Milchgewinnung zurückzuführen.

In Schweden und Russland gibt es die Spezialität zu kosten. Es handelt sich aber um eine wirkliche Rarität. Denn in beiden Ländern gibt es nur wenige Elchfarmen.

Elche sind Einzelgänger

Die Milchproduktion setzt viel Geduld voraus. Denn die Milch lässt sich nicht in grossen Mengen gewinnen. Im Vergleich zu Kühen lassen sich Elche nur äusserst schwierig und nur mit viel Aufwand domestizieren. Denn die Haltung der grössten Hirschart der Welt setzt viel Raum voraus. Elche sind keine Herdentiere, sondern Einzelgänger. 

Wie die «Tierwelt» berichtet, findet das Elchkuhmelken wie folgt statt: Elchkühe leben in freier Umgebung rund um die Farmen. Die Gatter stehen immer offen. Sie kommen auf Zuruf, um sich melken zu lassen. Doch aufgepasst: Haben die Elchkühe keine Lust, gibt es eben keine Milch.

400 Liter pro Laktation

Die Tiere lassen sich auch nicht mit der Melkmaschine melken. Einerseits sind die Elche sehr schreckhaft, bei nur kleinsten Störungen verweigern sie die Milchabgabe. Andererseits sind die Zitzen sehr schmal und kurz. Das macht das Melken von Hand anstrengend. 

Zudem ist die Melkdauer im Vergleich zu einer Kuh unglaublich lang. Diese kann bis zu zwei Stunden dauern. Eine Elchkuh gibt pro Vorgang maximal 3 Liter Milch, oft auch nur einige hundert Milliliter. Pro Laktation sind nicht als 400 Liter zu erwarten. Dies hat einen Grund: Gemäss einem Bericht von t-online.de beträgt die Laktationsperiode gerade einmal vier Monate.

Gesunde Inhaltsstoffe

Deshalb wird die Milch oft eingefroren, bis eine ausreichende Menge vorhanden ist. Elchmilch eignet sich aber gut für die Käseherstellung. Sie enthält beinahe dreimal so viel Fett und zwei- bis dreimal so viel Eiweiss wie Kuhmilch. Für ein Kilo Käse genügen rund 2.5 Kilo Milch. Elchkäse weist ein kräftiges Aroma. Vergleichbar sei dieses mit griechischem Fetakäse, schreibt die «Tierwelt». 

Dem Elchkäse wird zudem eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. Der Anteil antibakteriell und entzündungshemmend wirkenden Enzyme ist gross. Vor allem in Russland ist deshalb die Nachfrage nach Käse und Milch gross. Personen, die sich wegen einer Krebserkrankung einer Strahlentherapie unterzogen haben, bauen ihre Abwehrkräfte wieder auf, indem sie Elchmilch trinken. 

Stallhaltung misslang

In Russland wurden Versuche unternommen, Elchkühe in Ställen und Herden zu halten. Doch dies misslang, wie es in einem Bericht der «NZZ» heisst. In Gefangenschaft verenden die Tiere häufig an chronischem Konditionsverlust – dem sogenannten «wasting syndrome complex».

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