3.07.2017 15:19
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Fütterung
Phosphor gut für Tiergesundheit
In der Tierernährung spielt Phosphor für das Wachstum der Tiere eine wichtige Rolle. Forscher der Universität Hohenheim haben nun herausgefunden, dass der Nährstoff sich stärker als bisher gedacht auch positiv auf das Immunsystem, den Energiehaushalt und damit die Tiergesundheit auswirkt.

Wie die Hochschule am Montag vergangener Woche berichtete, hat sich das Team um Juniorprofessorin Jana Seifert vom Institut für Nutztierwissenschaften in einem mehrjährigen Projekt mit der Verwertung von Phosphor im Verdauungstrakt von Nutztieren beschäftigt. Dieser kann nur durch Enzyme aufgeschlossen werden, von denen Schweine und Hühner zu wenige haben, weshalb diese zusammen mit dem Phosphor ins Futter gemischt werden müssen.

Bei ihrer Forschung stellten die Wissenschaftler fest, dass die Phosphorversorgung im Verdauungstrakt bislang kaum erforschte Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Tiere hat. Bei Vergleichsversuchen mit Schweinen produzierte die Gruppe mit niedrigeren Phosphorzugaben weniger Antikörper. Zudem zeigten sich deutliche Auswirkungen auf die Anzahl und die Funktion von wichtigen Immunzellen.

„Zusammengenommen deuten die Veränderungen im Immunsystem und im Bereich der Darmbakterien darauf hin, dass eine ausreichende Menge an Phosphor einen positiven Effekt auf die Darmgesundheit hat“, erläutert Verhaltensphysiologe Prof. Volker Stefanski von der Uni Hohenheim. Dies könne auch bedeuten, dass eine zu geringe Phosphormenge die Tiere anfälliger für Krankheiten mache.

Ein zweites überraschendes Ergebnis war, dass sich bei Hühnern und Schweinen Hinweise darauf fanden, dass die Fähigkeit zur Verwertung von Phosphor im Erbgut angelegt ist. „Langfristig wäre es sicher möglich, diese Fähigkeit durch Züchtung zu stärken“, erklärte Projektleiter Prof. Markus Rodehutscord die Bedeutung dieser Erkenntnis. Ziel des Vorhabens sei es schliesslich, dem Problem der globalen Phosphorverknappung durch eine bessere Verwertung des Nährstoffes zu begegnen, so der Forscher.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE