12.08.2013 07:25
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland/Baltikum
Mit Wildschweinezäunen Schweinepest verhindern
Estland, Lettland und Litauen wollen an den Grenzen zu ihren östlichen Nachbarländern Wildschweinezäune errichten, um eine Einschleppung der dort grassierenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verhindern.

Wie der Föderale Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor) berichtete, veranschlagt der lettische Lebensmittelaufsichts- und Veterinärdienst dieKosten des Zaunbaus aufmindestens 10 Mio. Euro (12,3 Mio. Fr.). Ähnliche Pläne habe auch Polen, das sich von infizierten Wildschweinzügen aus Weissrussland und Russland abgrenzen wolle.

Der jüngste ASP-Ausbruch sei in der weissrussischen Provinz Grodno registriert worden, die an Polen und Litauen grenze. Vor allem in Polen gebe es eine grosse Wildschweinepopulation. Im Falle einer Infektion würden die Tiere das Virus auch rasch in weiteren EU-Ländern verbreiten. Der litauische Veterinärdienst habe wegen der ASP-Ausbrüche in Weissrussland in den davon weniger als 100 km entfernten Ortschaften die Schlachtung und Verarbeitung von Schweinen sowie die Lagerung von Schweineprodukten verboten, die für den Export nach Russland bestimmt seien.

Weitere Gegenmassnahmen in der GUS

Derweil bemühen sich auch die von der ASP betroffenen osteuropäischen Länder, eine weitere Ausbreitung zu verhindern: In Russland
soll nach einem Beschluss des Regierungsausschusses für die Agrar- und Ernährungswirtschaft von Ende Juli noch im August ein zentraler Stab zur ASP-Bekämpfung ins Leben gerufen werden. 

Für eine der effizientesten Massnahmen imKampf gegen die ASP hält Rosselkhoznadzor die Verringerung der Wildschweinebestände. Wäre man 2007 in der damals noch relativ kleinen Seuchenregion Nordkaukasus so verfahren, dann hätte deren Verbreitung nach Ansicht der Behörde wahrscheinlich schon damals gestoppt werden können.

Der Veterinärdienst kritisierte allerdings scharf das russische Umweltministerium, das sich dieser Strategie widersetze und als Alternative nur ein Verbot für die interregionalen Transporte von Hausschweinen und Schweineerzeugnissen vorschlage.

Freiheitsstrafe für fahrlässige Seuchenverbreitung

Unterdessen hat Weissrussland seine Sicherheitsvorkehrungen als Reaktion auf zwei in den zurückliegenden Wochen registrierte ASP-Ausbrüche verschärft: Unter anderem verbot der nationale Veterinärdienst den Beschäftigten in den Schweinemastanlagen die private Haltung dieser Tiere. Gleichzeitig wurde die Schweinehaltung selbstständigen Landwirten und der Bevölkerung im Umkreis von 5 km um derartige Produktionsstätten untersagt.

Die weissrussische Behörde betonte, dass die fahrlässig verursachte Verbreitung von Tierseuchen mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren geahndet werden könne. In der Ukraine wurde bislang nur ein ASP-Ausbruch registriert, und zwar im vergangenen Sommer. Dort probten die Leiter der regionalen Veterinärdienste Anfang August nahe Kiew den Ernstfall.

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