3.12.2017 09:41
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Kosten nicht auf Bauern abwälzen
Für eine Weiterentwicklung der bäuerlichen Tierhaltung „mit Hausverstand“ haben sich der Präsident des Österreichischen Bauernbundes, Georg Strasser, der Obmann der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der Rinderzüchter (ZAR), Stefan Lindner, und der Bundesobmann der Österreichischen Jungbauernschaft, Stefan Kast, ausgesprochen.

Bei einem Pressegespräch waren sich die drei Verbandsvertreter darin einig, dass höhere Auflagen bei der Tierhaltung auch abgegolten werden müssten. Kast wünscht sich stärkere Bemühungen, um die Verbraucher auf den Weg in die agrarische Zukunft mitzunehmen. „Das herrschende Aufklärungsdefizit gleicht einem Bumerang: Wenn wir das nicht ausmerzen, kommt es via negative Ereignisse wieder zurück“, warnte der Vertreter der Jungbauern.
 
Notwendig sei es, der Bevölkerung noch einfachere Informationen zur Verfügung zu stellen, um Verständnis für das Tun der Bauern zu ernten, beispielsweise im Rahmen einer Aufklärungsoffensive rund um die produzierende Landwirtschaft.

Landwirte sollen arbeiten können

Der Bundesobmann sieht dabei auch die Politik in der Verantwortung. Diese könnte die Rahmenbedingungen positiv verändern, und zwar so, dass die Landwirte arbeiten könnten, wie sie es für richtig hielten. Strasser sieht vor allem die hohen Auflagen des Lebensmitteleinzelhandels als grosse Herausforderung für die Bauernschaft.

Es würden hohe Standards verlangt, doch oft sei die Umsetzung das Problem. Der Trend zu mehr Tierwohl mit mehr Auslauf, mehr Platz und mehr Komfort sei zu begrüssen, doch die dabei entstehenden Kosten dürften nicht auf die Bauernschaft abgewälzt werden.

Für Bauer steht Tierwohl im Zentrum


Lindner hob hervor, dass bei den Landwirten das Wohlergehen des Tieres immer im Zentrum stehe. Allerdings wolle sich der Berufsstand nicht mit dem Status quo abfinden. Das Tierwohl und die Tiergesundheit würden ständig gemeinsam von den Bauern und den Organisationen weiterentwickelt und verbessert.

Der ZAR-Obmann hob hervor, dass das Tierwohl auch messbar sei. Rund 80 % der Milchkühe in Österreich seien Kontrollkühe, und etwa 90 % der angelieferten Milch stamme aus Kontrollbetrieben. Aufgrund dieser Ergebnisse könne der Landwirt gegebenenfalls seine Fütterung beziehungsweise sein Herdenmanagement anpassen und somit das Wohlergehen seiner Tiere sicherstellen. 

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