11.11.2017 13:05
Quelle: schweizerbauer.ch - Markus Rediger, LID
Tiergesundheit
Kampfansage gegen Antibiotika-Resistenzen
Die Weltgesundheitsorganisation WHO will den Kampf gegen Antibiotikaresistenzen verstärken und hat eine "Antibiotika Awareness Woche" lanciert, die zum ersten Mal auch in der Schweiz vom 13. bis 19. November 2017 durchgeführt wird.

Die WHO will die Fachwelt wie auch die Bevölkerung sensibilisieren, damit sie die Folgen von Antibiotikaresistenzen verstehen und Gegenmassnahmen unterstützen. "Ein Mangel an wirksamen Antibiotika ist eine ernsthafte Bedrohung für die Lebensmittelsicherheit wie ein plötzlicher Ausbruch einer lebensbedrohlichen Krankheit", sagt Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO. "Ein starkes und nachhaltiges Handeln in allen Sektoren ist unerlässlich, um der Welle der Antibiotikaresistenz entgegenzuwirken und die Gesundheit der Menschen auf der ganzen Welt zu erhalten."

Überlegter, gezielter, und effektiver Einsatz


Antibiotika sind unverzichtbar für die Behandlung von Infektionskrankheiten bei Menschen und Tieren. Gleichzeitig gilt heute mehr denn je, dass Antibiotika nur überlegt, gezielt und effektiv verabreicht werden dürfen, um über einen möglichst restriktiven Einsatz die Selektion von Resistenzen bei Bakterien zu minimieren. Diese Herausforderung gilt gleichermassen für die Humanmedizin wie auch die Veterinärmedizin.

Im Rahmen der nationalen Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) arbeiten in der Schweiz Fachleute aus der Human- und Tiermedizin sowie aus der Landwirtschaft und dem Umweltbereich an Massnahmen, welche die Resistenzbildung reduzieren sollen. Zu den zentralen Punkten gehören der Ausbau der Datenerhebung, das Formulieren von Verschreibungsrichtlinien und Präventionsmassnahmen zur Vermeidung von Infektionen, damit Antibiotika gar nicht erst eingesetzt werden müssen.

Resistenzen auf dem Vormarsch

Antibiotikaresistenzen nehmen überall auf der Welt zu. Diese Resistenzen bergen das Risiko, dass Infektionskrankheiten nicht mehr wirksam behandelt werden können und gefährden damit das Leben zahlreicher Menschen und Tiere. Die Schweiz bleibt nicht verschont: Jedes Jahr sterben Menschen und Tiere an bakteriellen Infektionen, gegen die Antibiotika keine Wirkung mehr zeigen.

In Zusammenarbeit mit der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) möchte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit der «Antibiotika Awareness Woche» eine breite Öffentlichkeit für diese Problematik sensibilisieren. Der Austausch über das Thema Antibiotikaresistenzen wird in der Schweiz vom 13. bis 19. November 2017 im Zentrum stehen. Es werden zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt und Studien präsentiert. 

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