2.02.2016 14:36
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Warnung vor neuen Tierkrankheiten
Die deutsche Bundestierärztekammer (BTK) hat vor der Einschleppung und Verbreitung „exotischer“ Tierseuchen gewarnt und bessere Schutzmassnahmen gefordert.

Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Wissenschaft, Verwaltung und praktizierenden Tierärzten sei unerlässlich, um die Prävention und Krankheitsbekämpfung weiter verbessern zu können, erklärte BTK-Präsident Uwe Tiedemann Mitte Januar vor Medienvertretern in Berlin.

Globalisierung steigert Verbreitung

Die Tierärzte unterstützten und berieten die Landwirte im Hinblick auf die Einhaltung und Stärkung der Biosicherheit. Tiedemann appellierte an die Landwirte, die Unterstützung der Tierärzte auch anzunehmen und damit ihrer besonderen Verantwortung für die Biosicherheit nachzukommen. Zur besseren Prävention verlangte die BTK unter anderem einen weiteren Ausbau der Vektor-Monitoringprogramme und die forcierte Fortsetzung der Studien zur Risikoabschätzung.

Wie der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Thomas Mettenleiter, zuvor ausführte, haben die Tierseuchenkontrollprogramme der letzten Jahrzehnte zu einer weitgehenden Eliminierung der bedeutendsten Infektionskrankheiten im Nutztierbereich geführt. Gleichzeitig steige aber durch die Globalisierung des Handels und die Ausbreitung belebter Vektoren wie Mücken, Fliegen oder Zecken die Einschleppung und Verbreitung exotischer Infektionskrankheiten, so etwa der Blauzungenkrankheit, der Afrikanischen Schweinepest, des West-Nil-Fiebers oder der Afrikanischen Pferdepest.

Weitere Krankheiten dürften auftauchen

Der Präsident des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt), Siegfried Moder, sprach sich dafür aus, die praktizierenden Tierärzte über neue Krankheitsgeschehen frühzeitig zu informieren, einheitliche Handlungsanweisungen zu erteilen sowie eine verpflichtende Bestandsbetreuung einzuführen.

Mit der Entdeckung weiterer Krankheiten, die durch Insekten übertragen werden, rechnet Volker Moennig von der Universität Hannover. Solche Ereignisse seien allerdings unvorhersehbar. Man könne lediglich versuchen, bekannte Fehler zu vermeiden, die die Verschleppung von Arboviren begünstigten.

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