21.11.2016 14:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Deutschland
D: Vogelgrippe breitet sich rasch aus
Die Vogelgrippe breitet sich weiter in Deutschland aus. Der hochansteckende Erreger H5N8 ist nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems inzwischen bei Wildvögeln in elf Bundesländern nachgewiesen worden, in zwei davon - Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein - sind auch Nutzgeflügelbestände betroffen.

Damit erfolge die Ausbreitung des Erregers derzeit mit grosser Dynamik, urteilte das Institut in einer aktualisierten Risikoanalyse. Nachdem anfänglich nur der äusserste Norden und Süden Deutschlands betroffen war, mehrten sich nun auch Funde in den übrigen Gebieten Deutschlands.

Strengere Vorschriften für Kleinbetriebe


An diesem Dienstag soll erneut der zentrale Krisenstab beraten, dem Vertreter von Bund und Ländern, Tierärzte und Experten angehören. Dabei dürfte auch eine mögliche bundesweite Stallpflicht auf die Agenda kommen. Der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte entschieden, die Vorbereitungen dafür zu treffen.

Am Montag trat bereits eine Eilverordnung in Kraft. Demnach müssen nun auch kleinere Betriebe strenge Sicherheitsmassnahmen treffen. Demnach dürfen keine Unbefugten in die Ställe, Tierhalter müssen Schutzkleidung tragen sowie Hände und Stiefel desinfizieren können. Zuvor galten solche Vorgaben nur für Betriebe mit mehr als 1000 Tieren.

Geflügelbetrieb "Verursacher"

Der Erreger war seit Anfang November in sieben Geflügelbeständen nachgewiesen worden, darunter in einem Grossbetrieb mit 30'000 Hühnern im schleswig-holsteinischen Grumby sowie sechs kleineren Haltungen. Das Friedrich-Loeffler-Institut hält bei den betroffenen privaten Geflügelhaltungen einen Eintrag über den direkten Kontakt mit infizierten Wasservögeln für wahrscheinlich.

In dem Geflügelbetrieb in Grumby mit 30'000 Hühnern war als «wahrscheinlichste Ursache» laut FLI der indirekte Eintrag für den Ausbruch der Geflügelpest ermittelt worden. Genauere Angaben machte das Institut nicht. Indirekt eingetragen werden kann der Erreger beispielsweise über durch Wildvögel verunreinigtes Futter und Wasser, durch verunreinigte Einstreu, Gerätschaften, Fahrzeuge oder Schuhwerk.

Dänemark betroffen

Auch in Dänemark ist nach mehreren Fällen bei Wildvögeln inzwischen ein Geflügelbestand betroffen. Dort war das Vogelgrippevirus H5N8 zum ersten Mal bei Zuchtenten festgestellt worden.

Die Tiere gehören einem Hobbyzüchter in Ålsgårde in Nordseeland, teilten die dänischen Veterinär- und Lebensmittelbehörden am Montag mit. Ein Drittel der 30 Enten sei am Wochenende gestorben.

Vogelgrippe auch in der Schweiz

In der Schweiz ist das Vogelgrippe-Virus erstmals Anfang November am Bodensee aufgetaucht. Später waren Fälle am Genfersee nachgewiesen worden. Danach wurden auch am Vogelgrippe-Virus verstorbene Vögel am Neuenburger- und am Bielersee gefunden. Schliesslich wurde das Virus auch am Nordufer des Genfersees im Walliser Chablais bei toten Vögeln nachgewiesen.

Die hochansteckende Krankheit wird von Zugvögeln verschleppt, die auf der Reise in ihre Winterquartiere Zwischenhalte einlegen. Der Bund hat deshalb Schutzmassnahmen für Hausgeflügel angeordnet. Die Tiere müssen so gefüttert und getränkt werden, dass Wildvögel keinen Zugang zu den Futterstellen haben.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE