30.10.2017 12:45
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Schweinezucht
Zuchtsauenbestände dringend abbauen
Ab dem 1. September 2018 werden in der Schweiz Vollspaltenböden in der Schweiz verboten. Damit fallen 60'000 Mastplätze weg. Entsprechend weniger Jager werden dann eingestallt. Die Proviande fordert Züchter und Handel auf, Zuchtsauenbestände dringend zu verkleinern.

Der 1. September 2018 ist für die Schweinebranche ein äusserst wichtiger Termin. Gemäss Schätzungen der Schweizerischen Schweinehandels-Vereinigung und der Suisseporcs werden rund 60‘000 Mastplätze aus der Produktion wegfallen. Ab Juni 2018 werden entsprechend weniger Jager eingestallt.

Mäster, die in bestehenden Ställen weiterproduzieren, können zudem 30 Prozent weniger Jungtiere einstallen. Die Nachfrage nach Jagern wird also im kommenden Sommer einbrechen. Es droht ein massiver Ferkelüberschuss. Die Proviande, die Branchenorganisation der Fleischwirtschaft, ruft Züchter und Betreiber von Ferkelringen dringend dazu auf, zu handeln. Ansonsten drohe eine Absatzkrise, warnt die Proviande.

Nur mit einer Reduzierung der Muttersauenbestände könne eine Krise verhindert werden. Die Proviande macht deutlich, dass Züchter und Händler von der Politik und den Verwertern keine Hilfe zu erwarten habe. «Es wäre absolut fahrlässig, darauf zu zählen, dass von den Behörden eine zusätzliche Übergangsfrist eingeräumt würde oder dass Jungtiere als Spanferkel geschlachtet werden könnten», macht die Organisation deutlich. In der Verantwortung stünden die Betreiber von Schweinezuchtbetrieben sowie der Schweinehandel. «Sie haben es jetzt in der Hand, die drohende Absatzkrise zu verhindern», so die deutliche Botschaft. 


Neu 0,9 Quadratmeter pro Schwein

Per Ende August 2018 ist in den Schweineställen Schluss mit Vollspaltenböden. Die Tierschutzverordnung verlangt, dass Bauern bis dann ein Zweiflächensystem eingebaut haben. Dafür hatten sie 10 Jahre lang Zeit.

Das heisst, dass nur noch auf einem Drittel der Fläche Vollspalten erlaubt sind, durch welche die Exkremente fallen. Auf den anderen zwei Dritteln der Fläche ist neu eine feste Fläche vorgeschrieben. Das Ende der Vollspaltenböden bringt eine tiefere so genannte «Besatzdichte» mit sich. Pro Schwein braucht es neu 0,9 Quadratmeter, nicht mehr nur 0,65 Quadratmeter. Damit fallen in den Mastställen voraussichtlich rund 60'000 Plätze weg.

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