25.07.2016 14:40
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Schweinehalter werfen Aldi Doppelmoral vor
Mit kritischen Worten hat die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) die Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmensgruppen Aldi Nord und Süd kommentiert und dem Discounter Widersprüche zwischen Preispolitik und moralisierendem Marketing vorgeworfen.

In ihrer erstmals in der Unternehmensgeschichte vorgelegten Publikation dieser Art geht der Discounter auf sein Engagement bei „Tierwohl-Aktivitäten“ und die Weiterentwicklung von Branchenstandards ein und kündigt an, Fleisch von kastrierten Schweinen bereits ab 2017 aus dem Sortiment zu nehmen.

Wie die ISN dazu vergangene Woche feststellte, dient insbesondere dieses Beispiel als Beleg dafür, „wie unausgegoren beziehungsweise wie marketingorientiert die Ankündigungen aus dem deutschen Lebensmittelhandel sind“. So finde sich beispielsweise keine Ankündigung zu Wurstartikeln in dem Bericht, während bei Verarbeitungsware die grössten Herausforderungen bei der Vermeidung der betäubungslosen Kastration lägen.

Schuldig bleibe der Discounter auch eine Antwort auf die Frage, wie der Umgang mit Ware aus den EU-Mitgliedstaaten geregelt werden solle, in denen lediglich freiwillige Vereinbarungen zum Verzicht auf die betäubungslose Kastration geschlossen worden seien. Zwar ist das schnelle Agieren Aldis laut ISN vor dem Hintergrund der Differenzierung gegenüber Wettbewerbern nachvollziehbar.

Fraglich sei jedoch, ob diese „auf dem Rücken der Landwirte ausgemacht“ werden müsse. Der Einkaufspolitik stehe aus Sicht der Tierhalter allzu oft die Preispolitik des Discounters entgegen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE