8.01.2018 09:53
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Dänemark
Minister drängt auf mehr Tierwohl
Dänemarks Landwirtschaftsminister Esben Lunde Larsen ist unzufrieden mit dem Tierschutz in der dänischen Schweinehaltung und will daher die Kontrollen ausbauen. Der Schweineproduzenten-Verband wies die Kritik des Ministers zurück

Laut den Ergebnissen des „Tierschutz-Checks“ der nationalen Veterinär- und Lebensmittelbehörde wurden im Jahr 2016 bei einem Drittel aller Stallbesuche in Schweinehaltungsbetrieben Sanktionen wegen Verstössen gegen die geltenden Tierschutzbestimmungen verhängt.

Bemängelt wurden dabei nach Angaben des Kopenhagener Landwirtschaftsministeriums überwiegend ein ungenügender Zugang der Tiere zu Beschäftigungsmaterialien und Fehler beim Umgang mit erkrankten Tieren. Larsen stellte fest, dass die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert geblieben seien. Ungeachtet dessen kommt es nach seiner Überzeugung zu oft zu Verstössen gegen das Tierwohl. Hier könnten und müssten die Tierhalter noch besser werden. Dazu werde man 2018 im Rahmen der laufenden Audits den Fokus verstärkt auf den Tierschutz bei Schweinen legen.

Nachholbedarf sieht der Minister auch beim Verzicht auf das Schwänzekupieren. Ihm zufolge ist der Anteil gekürzter Schwänze bei den Schweinen in dänischen Ställen nach wie vor zu hoch. Um die Zahl unversehrter Tiere zu erhöhen, müssten erst alle möglichen Begleitmassnahmen umgesetzt werden, bevor das Messer angesetzt werde, so Larsen. Die Tierhalter sollten deshalb in Zukunft vor dem Kupieren schriftlich nachweisen, dass alle alternativen Massnahmen zur Vermeidung von Schwanzbeissen erfolglos geblieben seien.

Der Verband der Dänischen Schweineproduzenten wies die Kritik des Ministers zurück. Nach seiner Darstellung lassen die Ergebnisse der Monitoringjahre 2015 und 2016 mit 64% zu 69% beanstandungsfreien Kontrollen sogar den Schluss zu, dass sich die Tierschutzbedingungen binnen Jahresfrist leicht verbessert haben. Ohnehin sei die Branche bestrebt, die Bedingungen für die Tiere kontinuierlich zu verbessern und zeige dies auch ganz konkret, beispielsweisemit dem gemeinsam getragenen staatlichen Tierwohlsiegel. Larsens Kritik nehme man daher mit Unverständnis zur Kenntnis, so der Verband.

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