9.02.2015 14:01
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Pro Ferkel 17 Euro Verlust
Seit August 2014 sind die Erlöse bei den Ferkelproduzenten in Deutschland niedriger als die Produktionskosten, und an dieser Verlustsituation hat sich auch mit Beginn des neuen Jahres nichts geändert.

Wie der Bayerische Bauernverband (BBV) am vergangenen Donnerstag unter Berufung auf Modellrechnungen der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) mitteilte, beliefen sich die Erlöse aus dem Verkauf von Ferkeln- und Altsauen im Januar 2015 auf durchschnittlich 42,80 Euro je Tier. Dem standen jedoch Vollkosten in der Ferkelerzeugung von 59,70 Euro/Tier gegenüber, so dass ein Verlust von fast 17 Euro je Ferkel zu verzeichnen war.

Mit diesem wirtschaftlichen Ergebnis hätten zwar gerade noch die variablen Kosten für Futter, Tierarzt und ähnliches gedeckt werden können. Die festen Kosten für Stallbau und Arbeitserledigung liessen sich jedoch nicht erwirtschaften, erläuterte der BBV. Nach Einschätzung des Verbandes ist kurzfristig eine Änderung dieser für die Ferkelproduzenten so schwierigen Situation nicht in Sicht. Durch die enge Kopplung der Ferkelpreise an die zuletzt gestiegene Schlachtschweinenotierung hätten die Ferkelerzeuger zuletzt zwar wieder moderate Aufschläge verbuchen können, doch an der grundsätzlichen Verlustsituation habe sich noch nichts verändert.

Marktberichterstattern zufolge lag die Leitnotierung „Nordwestpreis“ für Tiere mit 25 kg in einer Vermarktungspartie von 200 Stück Anfang Februar bei etwa 36 Euro pro Ferkel. Laut einer Prognose des dänischen Verbandes der Schweineproduzenten soll die Nordwest-Notierung für Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen im zweiten Quartal 2015 ein Niveau von etwa 43 Euro je Tier erreichen, um dann im dritten Quartal saisonal wieder auf 38 Euro zu sinken. Im vergangenen Jahr lag der Preis für Ferkel im Nordwesten zwischen April und Juni noch recht stabil auf einem Niveau von 56 Euro je Tier.

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