5.10.2014 07:46
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Preiscrash am Schweinemarkt geht weiter
Am deutschen Schweinemarkt setzt sich die Talfahrt der Preise fort. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) senkte am vergangenen Mittwochihre Leitnotierung für Schlachtschweine um 6 Cent auf 1,40 Euro/kg (1,69 Fr./kg) Schlachtgewicht (SG).

Der Preisabsturz in den vergangenen vier Wochen summiert sich damit auf 25 Cent/kg (30 Rp./kg) oder gut 15 %. Weiter abwärts ging es auch am Ferkelmarkt: Im Nordwesten Deutschlands gaben die Ferkelpreise laut VEZG vergangene Woche um weitere 3 Euro auf 40,60 Euro/Tier (49 Fr.) nach, womit sie gut 20 Euro oder rund ein Drittel niedriger lagen als Ende Juni.

Überangebot am Markt

Wie der Vorsitzende des Fachausschusses Schweinefleisch beim Deutschen Bauernverband (DBV), Johannes Röring, bereits beim Veredlungstag am Dienstag vergangener Woche in Cloppenburg feststellte, „ist eine kostendeckende Schweinehaltung mit diesen Preisen nicht möglich“. Am Warenterminmarkt Eurex wäre grundsätzlich eine Absicherung gegen solch starke Preisschwankungen möglich, doch blieb auch in der vergangenen Woche dieses Instrument ungenutzt, es gab keine Umsätze.

Grund für den erneuten Rückgang der Notierung war nach Angaben der VEZG das weiterhin sehr umfangreiche Schlachtschweineangebot, das auf einen zusätzlich reduzierten Bedarf der Schlachtbetriebe wegen des Feiertages traf. Auch die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) sprach von einem Überangebot am Markt, was von einigen Schlachtbetrieben genutzt worden sei, um weiteren Preisdruck auf die Erzeugerseite auszuüben.Die Fleischverarbeiter würden dabei auf eine nicht zufriedenstellende Absatzlage für Schweinefleisch im Inland und auf den Exportmärkten verweisen.

"Ferkelstau"

Im vielen EU-Staaten sah die Lage zuletzt kaum besser aus. Ein mehr als bedarfsdeckendes Angebot sei dort auf ein wenig ausgeprägtes Kaufinteresse der Schlachtbetriebe getroffen, berichteten Marktexperten. Der Abfluss der Schlachtschweine sei teilweise so schleppend gewesen, dass die Ferkelvermarkter grosse Mühe gehabt hätten, ihre Tiere zu verkaufen, da die Ställe nicht geräumt gewesen seien.

In führenden Produzentenländern wie Frankreich, Österreich, Dänemark, Spanien, den Niederlanden und Belgien kam es Ende vergangener Woche zu Notierungsabschlägen

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE