29.12.2017 06:23
Quelle: schweizerbauer.ch - Josie Siegel
Pferdepension
Pferdebesitzer kann jederzeit fristlos kündigen
Um Missverständnissen vorzubeugen, ist es ratsam, wenn zwischen Pensionsstallbetreiber und Kunden ein Vertrag besteht. Die Unterbringung des eigenen Pferdes in einem Pensionsstall ist heutzutage eine der gängigsten Formen der Pferdehaltung. Die Beratungsstelle des Schweizer Nationalgestütes (SNG) empfiehlt dabei nachdrücklich, dass die Art der Unterbringung sowie weitere Aufgaben der Tierbetreuung (z.B. Auslauf und Fütterung) in einem schriftlichen Pensionsvertrag geregelt werden.

Rechtlich gesehen spricht man hier von einem Hinterlegungsvertrag. Inhalte des Vertrages können an die jeweiligen Vorstellungen angepasst werden, wie z.B. zusätzliche Leistungen (individuelle Pflege, Bewegung des Pferdes, usw.).

Primär muss der Stallbetreiber die sichere und artgerechte Unterbringung des Pferdes gewährleisten. Der Pensionsnehmer kann jederzeit den Pensionsvertrag kündigen und sein Pferd zu jedem beliebigen Zeitpunkt aus dem Stall nehmen. 

Frist für den Stallbesitzer 

Eine allenfalls im Pensionsvertrag vereinbarte Kündigungsfrist muss vom Pensionsnehmer nicht eingehalten werden. Nach Auflösung des Vertrags muss der Pferdeeigentümer den vereinbarten Pensionspreis nicht mehr bezahlen. 

Jedoch müssen Auslagen, die für die Unterbringung des Pferdes bereits getätigt wurden, ersetzt werden. Im Gegensatz dazu muss sich der Stallbesitzer an die vereinbarte Kündigungsfrist halten, d.h. er muss das Pensionspferd bis zum Ablauf der Frist weiterhin im Stall unterbringen.   

Wer muss zahlen?


Kosten, die durch eine Handlung des Pensionsgebers entstehen, welche aber im Interesse des Pferdebesitzers vorgenommen wurde, wie z.B. eine tierärztliche Notbehandlung, können vom Stallbetreiber zurückverlangt werden.

Entstehen Kosten aufgrund einer mangelhaften Betreuung des Pferdes durch den Pensionsgeber, ist er hingegen schadensersatzpflichtig. 

Das muss in den Pensionsvertrag

  • Vertragsgegenstand (Name des Pferdes, Rasse, Geschlecht, Geburtsjahr, Farbe, UELN, Mikrochipnummer, Startdatum des Pensionsverhältnisses)
  • Art des Haltungssystems (z.B. Boxen- oder Gruppenhaltung)
  • Art und Häufigkeit/Dauer des Auslaufs (Weide, Paddock, einzeln oder in der Gruppe etc.)
  • Fütterung (Art, Häufigkeit und Menge von Rau- und Kraftfutter)
  • Recht zur Nutzung der vorhandenen Infrastrukturen (Reithalle, -platz, Führanlage)
  • Einzelne Leistungen/Preis (z.B. Deckenservice)
  • Abwesenheit des Pferdes / Preis (z.B. bei Nichtnutzung der Box für 1 Woche / Monat)
  • Haftung für allfällige Schäden und Versicherung (Schäden am Pferd / an fremden Pferden / an der Einrichtung)
  • Spezielle Bedürfnisse des Pferdebesitzers (z.B. spezielle Fütterung des Pferdes)
  • Gesundheitszustand des Pferdes (Impfungen, Entwurmung, Allergien, Empfindlichkeiten)
  • Stallordnung (Öffnungszeiten, VerhaltensKodex etc.) 
  • Gerichtsstand (Ort des zuständigen Gerichts)
  • Kopie des Equidenpasses des Pferdes

 

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