5.02.2019 17:18
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Innovation
Video: Kuhtoilette als Revolution?
Das niederländische Unternehmen Hanskamp kündigt die Kuhtoilette als revolutionären System an. Dieses biete eine Lösung des Ammoniakproblems in der Milchviehhaltung. Die CowToilet fängt den Urin der Kuh auf, bevor dieser in Kontakt mit dem Festmist in Kontakt tritt.

Vielerorts laufen Bestrebungen, den Ammoniakausstoss in der Viehhaltung zu reduzieren. Eine innovative Lösung zeigt nun das Unternehmen Hanskamp auf. Mit dieser könne eine «substantielle Verminderung der Ammoniakemission erzielt werden», teilt das Unternehmen am Montag in einem Communiqué mit. Gemäss der Universität Wageningen (NL) wird etwa 90% des Ausstosses durch die Landwirtschaft verursacht. 

Beim Zusammentreffen von Mist und Urin entsteht Ammoniak. Gelangt dieser in die Luft, können grössere Mengen Stickstoff in den Boden gelangen. Und hier will die Kuhtoilette ansetzen. Der Urin wird mit einem Behälter aufgefangen, bevor er auf den Boden gelangt. Anschliessend wird der Urin mittels eines Schlauchs abgesaugt und separat gelagert. 

Das Uriniersystem funktioniert automatisch. Wichtig sei es, dass die Kuh die Toilette freiwillig aufsucht. Im Demovideo ist die CowToilet bei der Futterstation integriert. Damit die Kuh uriniert, wird ein natürlicher Reflex genutzt. Die Kuhtoilette wird auf dem Zentralband des Euters angebracht und bewegt sich mit der Kuh mit. Die Technik sucht den Nerv. Dieser Nerv wiederum stimuliert den Blasenentleerungsreflex. Die Kuh beginnt anschliessend zu urinieren. Die Kuhtoilette ist aufgehängt und kann sich ungehindert nach vorne und hinten sowie nach links und rechts bewegen. 

Das neue System hat gemäss dem Hersteller nicht nur einen positiven Einfluss auf die Umwelt und Böden, sondern auch auf die Gesundheit der Tiere. Es entstehe ein gesünderes Stallklima, weil Lungen und Klauen weniger belastet würden, schreibt Hanskamp. Und die CowToilet soll sich auch finanziell auszahlen. «Reiner Urin kann als hochwertiger Grundstoff für beispielsweise Präzisionsdüngung genutzt werden», betont das Unternehmen. Zudem könnte der Urin künftig auch als Energiequelle, Brennstoff oder Stromproduktion genutzt werden. 

Pro Tag wird gemäss Hanskamp bei den Versuchen rund 10 Liter Urin pro Kuh aufgefangen. Hochgerechnet auf die 1.5 Millionen Kühe würden so 15 Millionen Liter täglich zusammenkommen. «Die CowToilet van Hanskamp trägt mit zu einer nachhaltigen und profitablen Zukunft für die Milchviehhaltung bei», schreibt das Unternehmen selbstbewusst. Die ersten Modelle werden Mitte 2020 auf den Markt kommen. Wie viel eine CowToilet kosten wird, hat das Unternehmen nicht kommuniziert.

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