11.12.2016 08:46
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Österreich: Kühe geben mehr Milch
Bei der Milchleistung haben Österreichs Kühe erneut zugelegt. Wie die Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) am vergangenen Mittwoch mitteilte, erhöhte sich die Durchschnittsleistung je Kuh im Ende September abgeschlossenen Kontrolljahr 2015/16 um 144 kg auf 7425 kg Milch.

Die mittleren Gehalte an Fett und Eiweiss verbesserten sich auf 4,14 % beziehungsweise 3,40 %, was jeweils einem Plus von 0,1 Prozentpunkten entsprach. Unangefochten an der Spitze standen erneut die Holstein-Kühe mit einer Durchschnittsleistung von 8'701 kg, gefolgt vom Braunvieh mit 7'360 kg und dem Fleckvieh mit 7'323 kg.

Tiefer Milchpreis

Laut ZAR wurde seit 1950 im Mittel eine jährliche Leistungssteigerung von 67 kg pro Kuh verzeichnet; mit einem Wert von 144 kg lag die durchschnittliche Zunahme zuletzt allerdings deutlich über der langjährigen Entwicklung. Dafür spielten nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft neben den Fortschritten bei der Zucht auf Leistung und Tiergesundheit auch Umweltfaktoren eine wesentliche Rolle.

Positiv dürfte sich zudem ausgewirkt haben, dass 2016 ein für die Grundfutterwerbung sehr ertragreiches Vegetationsjahr gewesen sei, so die ZAR. Nicht beigetragen habe zu der positiven Entwicklung sicherlich der Milchpreis, der in den vergangenen Monaten nur knapp über beziehungsweise zuletzt sogar knapp unter 30 Cent /kg (32.4 Rp.) gelegen habe.

Hohe Kontrolldichten

Im Kontrolljahr 2015/16 wurden der ZAR zufolge in Österreich fast 80% der landesweit rund 535'000 Milchkühe in einem der insgesamt rund 20'600 Kontrollbetriebe gemolken. Vor 20 Jahren lag dieser Anteil erst bei knapp 50%. Die höchste Kontrolldichte weist mit 92,5% Vorarlberg auf, gefolgt von Tirol mit 91% sowie dem Burgenland und Niederösterreich mit jeweils 83,4%. Die Arbeitsgemeinschaft wertete diese Zahlen als klares Zeichen für die zunehmende Professionalisierung der österreichischen Milchproduktionsbetriebe.

Immer mehr Betriebe nutzten die umfangreichen Serviceleistungen der Landeskontrollverbände, die für ein erfolgreiches und effizientes Herdenmanagement den Bauern vor Ort angeboten würden. Wie die ZAR zudem mitteilte, wurden zuletzt österreichweit im Schnitt 21 Kontrollkühe je Betrieb gehalten. Das Burgenland weise diesbezüglich mit 36 Kühen den höchsten Wert aus; die kleinsten Strukturen seien in Tirol mit elf Kühen je Hof zu finden. Mittlerweile stammten 88 % der in der Alpenrepublik bei einem der rund 90 Milchbearbeitungs- und Verarbeitungsunternehmen angelieferten Milch von Kontrollbetrieben; im Jahr 2015 seien dies insgesamt 3,1 Mio t gewesen.

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