24.09.2014 17:01
Quelle: schweizerbauer.ch - Susi Rothmund
Graubünden
«Einmal z Alp – immer z Alp»
Der Alpabzug, romanisch «Scargada», ist seit jeher ein Dorffest. In den letzten Jahren kamen immer mehr Besucher.

Zeitlich gestaffelt gelangten am vorletzten Samstag insgesamt über 600 Tiere von den fünf Brigelser Alpen Tschégn dadens und Tschégn dado, Nova, Rubi und Quader ins Tal. Alpenschick ist bekanntlich in, und für viele Zuschauer des Alpabzugs waren die Glocken und der aufwendige Blumenschmuck «einfach schön».

Kenner wussten jedoch sofort, dass die auf spezielle Art geschmückten Kühe die «miseriera» (beste Milchkuh) und die «pugniera» (Heerkuh) sind. In Begleitung von Alppersonal und Bauern führten die besten und stärksten Tiere den Alpabzug an, bis die Tiere in Plaun Rueun wieder die heimischen Wiesen geniessen durften.

Stundenlage Arbeit

Organisiert wird der Anlass von der Alpgenossenschaft der Gemeinde Brigels, die durch viele Helferinnen und Helfer unterstützt wird. Bereits einige Tage vorher beginnen die Frauen, den kunstvollen Blumenschmuck für die heimkehrenden Tiere vorzubereiten. Stundenlange Arbeit für etwas, was nicht unbedingt alle Tiere zu schätzen scheinen. Beim Anlegen der Kränze und Glocken auf der Alp Quader schien dies zumindest so – beim Anblick der stolz ins Dorf marschierenden Tiere verflüchtigte sich dieser Gedanke jedoch schnell.

In Brigels sprachen Landwirte und Alppersonal generell von einem guten Alpsommer. So auch Adrian Seiler,  Präsident der Alpgenossenschaft Brigels: «Trotz des vielen Regens blicken wir auf einen guten Alpsommer zurück.» Zufrieden erklärte er, dass die Milchproduktion gut gewesen und der Alpkäse vorzüglich gelungen sei. Es habe nur wenige Zwischenfälle gegeben, und auch die Fälle von Klauenfäulnis seien im Rahmen gewesen. Selbstverständlich sei das gute Resultat nicht zuletzt dem Alppersonal, das gute Arbeit geleistet habe, zu verdanken.

Das dritte Mal auf der Alp

Dem Alppersonal scheint es auf den Brigelser Anhöhen zu gefallen, denn sowohl Einheimische als auch Hirten aus dem Ausland lassen sich bereits seit Jahren anstellen. So auch Christian Unterholzner, der Südtiroler, der bereits zum dritten Mal für den Alpbetrieb auf der Alp Quader zuständig war.

«Einmal z Alp – immer z Alp», meinte der Hirte, der bereits als kleiner Junge Alpgehilfe war. Ob der gelernte Schlosser auch nächsten Sommer zu den Kühen auf der Alp Quader schauen wird, wollte er allerdings nicht verraten: «Das fragt man einen Hirten erst nach Weihnachten.»

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