29.12.2017 07:03
Quelle: schweizerbauer.ch - Martin Brunner
Tiergesundheit
Eine Haaranalyse hilft weiter
Eine mangelnde oder auch falsche Mineralstoffversorgung löst bei Tieren unerwünschte Reaktionen aus. Mit einer Haaranalyse kann Bäuerin und Homöopathin Birgit Gnadl die Ursachen genau herausfinden.

Mineralstoffe und Spurenelemente sind im Grundfutter der Tiere grundsätzlich vorhanden, nur in der heutigen Zeit nicht mehr immer in genügender Menge. Das erfährt die Bäuerin Birgit Gnadl auf ihrem Milchviehbetrieb im bayrischen Chiemgau täglich. Doch sie weiss sich zu helfen, denn sie ist zugleich Homöopathin und seit 20 Jahren mit Vorträgen unterwegs wie Mitte Dezember auf dem Hof der Familie Räss in Lömmenschwil SG. Organisator war die Firma Nutri-Form aus Hildisrieden LU.

Massnahmen einleiten


Tauchen in einem Tierbestand Probleme auf, so rät Birgit Gnadl zu einer Haaranalyse. Dabei schneidet der Landwirt auf dem Schulterblatt seiner Kühe farbige Fellhaare ab, also keine weissen. «Wir brauchen Haare von 10 Prozent des Bestandes oder mindestens drei Kühen», sagte sie. «Die Menge sollte ungefähr so gross sein wie ein Hühnerei.» Nach der Analyse erhält der Bauer einen ausführlichen Bericht, wodurch er gezielte Massnahmen einleiten kann.

So konnte Birgit Gnadl zum Beispiel einem Bauern helfen, in dessen Bestand Zysten an den Eierstöcken, Klauenprobleme und Festliegen auftraten. Zusätzlich hat sie sich die Fütterung angeschaut. «Wir erkannten, dass die Tiere viel zu viel Salz bekamen. Sie schieden dieses aus und standen ständig darin, was die Klauenprobleme verursachte.» Sie empfahl eine Tagesmenge von maximal 50 Gramm Salz, am besten Natursteinsalz, das in der Schweiz allerdings nicht erhältlich ist. Zudem hatten die Kühe zu viel Jod aufgenommen, wodurch sich die Zysten bildeten. Das Festliegen entstand durch einen Mangel an Kalzium, Magnesium und Kalium.

Die Tiere entgiften

Birgit Gnadl stellt in den Haaranalysen häufig eine hohe Menge an Aluminium fest. «Dieses gelangt über den Klee, über  Gesteinsmehl oder  durch  Umweltbelastungen  in die Tiere», betonte sie. Bei der Entgiftung der Kühe arbeitet sie mit dem homöopathischen Mittel Okoubaba C30. Es wird in Hahnenwasser aufgelöst und über eine Sprühflasche den Kühen an zehn Tagen mit jeweils zwei bis drei Stössen auf die Nase gespritzt.

Gnadl erwähnte, dass dieses Besprühen heute sogar automatisch möglich sei durch eine Installation an der Kraftfutterstation. «Hinzu kommt die Verfütterung von Natur-Zeolith, wie sie  auf unserem Betrieb  dazugehört», erklärte sie. «Es tut den Kühen gut, bindet den Stickstoff in der Gülle und vermindert somit den Gestank.»

Kopf gegen die Wand


Wichtig für die Fruchtbarkeit eines Tieres seien Mangan, Magnesium und Molybdän, sagte sie. Bei einer Geburt spielten Selen, Magnesium und Kalzium eine Rolle. Das Kalb brauche ausreichend Selen und Eisen. Die Klauen benötigten Zink. Beobachte ein Landwirt einen auffälligen Zungenschlag eines Tieres, so sei ein Manganmangel vorhanden. Nicht zuletzt könne auch ein Tier Kopfschmerzen habe. Dies zeige es durch festes Drücken des Kopfes meist gegen eine Wand.

www.nutztierhomoeopathie.de

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