16.03.2015 10:35
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Preise für Zuchtrinder deutlich gestiegen
Angesichts des Wegfalls der Milchquote zum 1. April ist die Nachfrage nach hochtragenden und abgekalbten Färsen bei den Tierzuchtorganisationen gestiegen und hat die Preise nach oben gezogen.

Wie das Landvolk Niedersachsen vergangene Woche unter Berufung auf Hartmut Zingel von der Vermarktungsorganisation Masterrind berichtete, wurde zuletzt auf der Auktion in Verden pro Tier ein Durchschnittspreis von 1'950 Euro (2'090 Fr.) erzielt. Zum Vormonat sei dies ein Plus von rund 400 Euro gewesen.

Bis 2/3 Drittel in Export

Die Tiere blieben jedoch nur teilweise in der Nachbarschaft. „Die Hälfte oder bis zu zwei von drei Kühen werden exportiert“, zitierte der Landesbauernverband Zingel. Vor allem Niederländer, aber auch Landwirte aus England, Italien oder Polen sicherten sich hochtragende oder abgekalbte Färsen. Niedertragende Rinder seien derzeit besonders in Nordafrika, Osteuropa sowie Asien gefragt.

Auch rückblickend war dem Landvolk zufolge der Export der Motor des deutschen Zuchtviehhandels. Im Jahr 2014 seien mit 75'146 deutschen Holsteintieren 43% mehr Zuchtrinder exportiert worden als in den Vorjahren. Nach Angaben des deutschen Deutschen Holstein-Verbandes (DHV) sei somit die Schallmauer von 70'000 Zuchtrindern erstmals seit 2011 wieder durchbrochen worden.

Osteuropa sucht Rinder

Die Milchviehhalter rechneten für die kommenden Monate weiter mit einer stabilen Nachfrage nach ihren Zuchttieren aus Polen und Grossbritannien. Auch südosteuropäische Länder wie Kroatien, Mazedonien und Bulgarien träten als Kunden auf. In Nordafrika spielten laut DHV die aktuelle Futterverfügbarkeit und staatliche Unterstützungsprogramme eine wichtige Rolle für den Kauf von Tieren.

Weitere wichtige Drittländer wie Russland, Usbekistan und andere osteuropäische beziehungsweise zentralasiatische Länder hätten generell einen hohen Zukaufbedarf.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE