14.12.2016 18:28
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Leistung der Milchkühe steigt
Der Strukturwandel in der deutschen Milchviehhaltung hat sich auch spürbar in der Bilanz der Milchleistungsprüfung (MLP) im Kontrolljahr 2015/16 niedergeschlagen.

Wie der Deutsche Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen (DLQ) am vergangene Woche mitteilte, ging die Zahl der in der monatlichen Kontrolle geprüften Milchkühe zum Stichtag 30. September 2016 mit 3,67 Millionen Stück um 79'449 Tiere oder 2,1% zurück. Die Zahl der Betriebe sank um 2'761 oder 5,6% auf 46'735. Die durchschnittliche Kuhzahl je Halter stieg demnach um rund drei Stück auf 78,5 Tiere.

Deutlich zugelegt hat im Vorjahresvergleich laut DLQ die Milchleistung je Kuh. So habe ein Durchschnittstier in Deutschland im vergangenen Kontrolljahr 8'563 kg Milch gegeben, das waren 110 kg mehr als 2014/15. Die dabei produzierte Fett- und Eiweissmenge legte gegenüber dem Vorberichtszeitraum um jeweils 7 kg zu. Der mittlere Fettgehalt erhöhte sich um 0,03 Prozentpunkte auf 4,10 %, der Eiweissgehalt im Schnitt um 0,04 Prozentpunkte auf 3,43 %.

Am produktivsten waren zwischen Oktober 2015 und September 2016 erneut die Kühe in Thüringen mit einer Jahresmilchleistung von durchschnittlich 9'685 kg, gefolgt von ihren Artgenossinnen in Sachsen-Anhalt mit 9'611 kg und in Mecklenburg-Vorpommern mit 9'572 kg. Dort waren auch wie 2014/15 die grössten Milchkuhherden mit jeweils mehr als 320 Tieren im Mittel anzutreffen. In Baden-Württemberg und Bayern belief sich die Milchmenge je Tier dagegen nur auf 7'225 kg beziehungsweise 7'736 kg.

Im Rahmen der Milchkontrolle wird laut DLQ neben der Milchleistung auch der Eutergesundheitsstatus am Indikator des Zellgehaltes in der Milch erfasst. Im vergangenen Kontrolljahr seienwie zuvor rund 75% der Kühe in den ersten beiden Zellzahlklassen eingeordnet worden. Die Milch dieser Tiere habe damit einen Gehalt von bis zu 200'000 Zellen pro Milliliter aufgewiesen. Ein Orientierungswert von 100'000 Zellen/ml dient den Qualitätsprüfern zufolge als Berechnungsgrundlage aller Kennzahlen und hilft dabei, zwischen einem gesunden Euter und einer gestörten Eutergesundheit zu unterscheiden. Allerdings könne und solle diese Grenze nicht zur konkreten Einordnung des Einzeltiers dienen.

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