25.12.2014 11:27
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
A: Rinderzüchter erwarten Marktentspannung
Auf den Märkten für Zuchtrinder zeichnet sich nach Einschätzung der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) eine spürbare Entspannung ab. Wie die Organisation am vergangene Woche bilanzierte, war der Zuchtviehexport im Jahr 2014 durch ein Auf und Ab gekennzeichnet.

Auf das durchaus zufriedenstellende erste Halbjahr seien Rückschläge durch die Schmallenberg-Infektionswelle, das Russlandembargo und die Maul- und Klauenseuche (MKS) in Algerien gefolgt. „Der Zuchtrinderexport ist für die österreichischen Rinderhalter eine unverzichtbare Einnahmenquelle, für die wir uns 2015 mit zahlreichen Marketingaktivitäten unter der Marke ‚Rinderzucht Austria’ engagieren werden“, kündigte ZAR-Geschäftsführer Franz Sturmlechner an.

Mehrwert von Rinderzucht aufzeigen

Mehr als 20 internationale Messeauftritte sowie begleitende Massnahmen und Projekte seien geplant. Auch neue Partnerschaften würden aufgebaut. Bereits im November sei die Zukunftsoffensive für eine innovative, wettbewerbs- und leistungsfähige Rinderzucht in Österreich angelaufen. ZAR-Obmann Anton Wagner bezeichnete diese Auftaktveranstaltung als Auftrag, den Mehrwert der Rinderzucht für die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft aufzuzeigen und die heimische Rinderwirtschaft unter den schwierigen Rahmenbedingungen in bäuerlicher Hand zu halten.

„Wir brauchen Strategien für einen lebendigen ländlichen Raum, die sowohl der Abwanderung vor allem junger Menschen entgegenwirken als auch verhindern, dass dadurch wertvolles Sozial- und Kulturgut verloren geht“, regte Wagner an.

Rekord von mehr als 416'500 Kontrollkühen

Wie die ZAR mit Blick auf die Gestaltung zur Gemeinsamen Agrarpolitik 2014 bis 2020 ausführte, waren 2014 einige Abstriche wie der Wegfall der gekoppelten Tierprämien hinzunehmen. Am stärksten schlügen die Kürzungen bei den intensiven Milchviehbetrieben und den Mutterkuhhaltern zu Buche. Das werde den Strukturwandel in Zukunft noch mehr beschleunigen und den ländlichen Raum ausdünnen. Umso wichtiger sei die Stärkung der Investitionsförderung, betonte Wagner.

Ausserdem rechnet er damit, dass es durch das Auslaufen der Milchquoten zu einer weiteren Verlagerung der Produktion von den benachteiligten Gebieten in die Gunstlagen und zu einer steigenden Milchproduktion kommen werde. Viele marktorientierte Betriebe würden ihre Herden wahrscheinlich aufstocken. Das zeige heute schon die Milchleistungskontrolle 2014, die einen neuen Rekord von mehr als 416'500 Kontrollkühen
verzeichnet habe.

Es zeichne sich eine fortschreitende Professionalisierung der heimischen Milchwirtschaftsbetriebe ab, so Wagner. Damit diese für den globalisierten Wettbewerb gerüstet seien, stelle die ZAR mit ihrer Tochtergesellschaft ZuchtData den heimischen Züchtern Werkzeuge zum Herdenmanagement wie den Anpaarungsplaner, den Futterrationsberechner und die Datenauswertung der Milchleistungskontrolle bereit.

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