7.10.2015 08:43
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
A: Perspektiven für Milchbauern schaffen
Die Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) hat den aktuellen Grünen Bericht von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter zum Anlass genommen, auf die Sorgen und Nöte der heimischen Michbauern aufmerksam zu machen.

Die Fakten im Grünen Bericht zeigten, dass die Milchbauern in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld Perspektiven brauchten und dass Absatz- sowie Qualitätsstrategien unbedingten Vorrang haben sollten, erklärte ZAR-Obmann Anton Wagner vergangene Woche in Wien.

Es sei bedauerlich, dass die gute wirtschaftliche Entwicklung spezialisierter Milchbetriebe im laufenden Jahr voraussichtlich einen deutlichen Einbruch erfahren werde, denn die Produzentenpreise hätten von Januar bis Juli 2015 mit durchschnittlich 37,78 Cent/kg (41,2 Rp./kg) um 16,7% niedriger gelegen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

3,06 Mio. Tonnen Milch

„Als positiv zu werten ist nur, dass der Milchkuhbestand mit 537'744 Stück gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabil blieb“, so Wagner. Trotzdem seien Förderungs- und Investitionsmassnahmen notwendig, um den Strukturwandel harmonisch zu steuern, eine weitere Abnahme der Betriebe in benachteiligten Gebieten zu verhindern und den Milchstandort Österreich wettbewerbsfähig zu halten.

Dass in der Alpenrepublik ausschliesslich gentechnikfreie Milch vermarktet wird und mit 15% der Bioanteil im Spitzenfeld der EU liegt, sieht der ZAR-Obmann einen bedeutenden Qualitätsvorteil auf dem nationalen und internationalen Milchmarkt. Laut Grünem Bericht haben in Österreich im vergangenen Jahr rund 32'000 Betriebe etwa 3,06 Mio. t Milch an die Molkereien geliefert, wobei sich 28'250 Höfe oder rund 88% in benachteiligten Gebieten befanden.

Tierzuchtpaktes 2020

Wagner kündigte an, dass die ZAR auf der Grundlage des zukunftsorientierten Tierzuchtpaktes 2020 alle Massnahmen tatkräftig unterstützen werde, die verhinderten, dass die Milchbauern zu „Dienstleistern entlang der Wertschöpfungskette“ degradiert würden. Ein professionelles Herdenmanagement, Bildungsprogramme für die Jungzüchter, Beratungsleistungen und das Engagement für eine faire Partnerschaft zwischen den Molkereien und gegenüber dem Handel seien angesichts der schwierigen Marktlage auf dem Milchsektor unerlässlich.

Als Konsequenz aus den Einkommensanalysen im aktuellen Grünen Bericht begrüsst die Dachorganisation der Rinderzüchter die Schwerpunkte für die Milchwirtschaft gemäss Landwirtschaftsgesetz für das Jahr 2016. Dazu zählten verstärkte Anstrengungen zur Sicherung des Exports - auch für Zuchtrinder - , offensive Werbeinitiativen und das Vorhaben, das Netzwerk und die Funktionsweisen der Lebensmittelketten zu durchleuchten.

Für Nutzung von Superabgabe-Mittel

Die von der EU-Kommission beschlossene Marktbeobachtungsstelle könnte nach Ansicht der ZAR zu einer Stärkung der Milchbauern innerhalb der Wertschöpfungskette führen. „Unsere Organisation befürwortet auch das Engagement von Bundesminister Rupprechter, im Zuge des EU-Hilfspakets mit 500 Mio. Euro mehr Mittel für Österreich zu erreichen“, betonte Wagner.

Würden die vorgesehenen 7 Mio. Euro ausschliesslich den Milchbauern zugutekommen, wären das nur 0,23 Cent/kg Milch, bezogen auf die Anlieferung 2014. Die Überschussabgabe im Quotenjahr 2014/15 für eine saldierte Überlieferung von rund 160'300 t habe allein 44,6 Mio. Euro (48.6 Mio. Fr.) ausgemacht.

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