1.02.2015 07:26
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Fütterung
Luzernesilage mit Potential für ökologische Geflügel- und Schweinefütterung
Für den Einsatz von Luzernesilage in der ökologischen Geflügelhaltung und in der Schweinemast gibt es durchaus Potential.

Das geht aus einer Studie von Wissenschaftlern der Hochschule Weihenstephan in Freising hervor, die im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) durchgeführt wurde. Wie das BÖLN vergangene Woche mitteilte, hängt die Wirtschaftlichkeit der Verfütterung von Luzernesilage aus Sicht von Experten von den individuellen Voraussetzungen des Betriebes ab.

Kostenersparnisse

So sei beispielsweise der Luzerneanbau für Mischbetriebe mit einem kompletten Maschinenpark für die Grünlandbewirtschaftung wesentlich kostengünstiger als für stark spezialisierte Schweinemäster, die nicht über die benötigten Maschinen verfügten. Laut BÖLN wurden für die Studie die optimale Aufbereitungsform der Silage, die Qualität der Inhaltsstoffe und die Eignung als Futtermittel für Masthähnchen und Legehennen sowie für Mastschweine unter ökologischen Bedingungen geprüft. Die höchsten Gehalte für die besonders erwünschten Aminosäuren Methionin und Lysin hätten in Versuchen mit einer Silage aus Weißklee und Luzerne erzielt werden können, die in frühen Entwicklungsstadien geerntet worden seien. Das BÖLN wies außerdem darauf hin, dass derzeit ein weiteres Projekt laufe, in dem die Fütterung mit Luzernesilage unter Praxisbedingungen auf Betrieben durchgeführt werde; hier werde Mitte des Jahres mit Ergebnissen gerechnet.

Höhere Mastleistungen

Bei den anschließenden Fütterungsversuchen nahmen die Masthähnchen laut BÖLN die Luzernesilage sehr gut an. Die verzehrten Mengen lägen in der Aufzucht bei 10 % bis 20 % Anteil an der täglich aufgenommenen Trockenmasse (TM), in der Mast bei 30 %. Zusätzlich hätten die Tiere eine Kraftfuttermischung erhalten, die an den Nährstoff- und Energiegehalt der Silage angepasst gewesen sei. Die Tiere mit Luzernevorlage hätten gegenüber einer Vergleichsgruppe, die mit Alleinfuttermischungen gefüttert worden sei, höhere Mastleistungen und einen besseren Schlachtkörperwert gezeigt. Auch Ökolegehennen nähmen unter Ökofütterungs- und -haltungsbedingungen größere Mengen an Silage auf; der Anteil habe bei 15 % bis 20 % der täglichen TM gelegen. Die Legeleistung der Tiere und die Eigewichte seien in beiden Gruppen identisch gewesen.

Signifikante Unterschiede zeigten sich jedoch bei der Qualität der Eiinhaltsstoffe: Die Omega-3-Fettsäuren hätten in den Eiern der mit Silage gefütterten Hennen deutlich höher gelegen als in den Eiern der mit Kraftfutter versorgten Gruppe. Bei den Schweinen zeigten die Fütterungsversuche dem BÖLN zufolge, dass die Tiere mit fortschreitender Mastdauer bis zum Endgewicht von 105 kg zunehmend größere Anteile an Luzernesilage aufgenommen hätten, und zwar bis zu 50 %. Über die gesamte Mastdauer habe etwa 100 kg Kraftfutter pro Tier eingespart werden können. Die Mast- und Schlachtleistungen der mit Silage gefütterten Schweine hätten sich dabei nicht von den Werten der Vergleichsgruppe unterschieden, berichtete das BÖLN. Allerdings lägen die täglichen Zunahmen mit etwa 600 g pro Tier in beiden Gruppen auf niedrigem Niveau.

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