4.11.2017 16:47
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Klage gegen Putenmast
Die Abschaffung der „heute üblichen Form der Putenmast“ in Deutschland erhoffen sich Tierschutzorganisationen von einer Verbandsklage, die sie jetzt beim Verwaltungsgericht Stuttgart gegen das Veterinäramt Schwäbisch Hall eingereicht haben. Wie die Albert Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt und der Verein Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg als Kläger mitteilten, wollen sie jetzt gerichtlich gegen die „gängigen Zustände in der Putenmast“ kämpfen.

Der Produktionszweig ist aus Sicht der Tierschützer geprägt von Überzüchtung, betäubungslosem Schnabelkürzen, hohen Fehlbetäubungsraten bei der Schlachtung sowie einer Haltung der Tiere auf engstem, verdrecktem Raum und ohne Beschäftigungsmaterial.

Als Beweise führen die Stiftung und die Tierrechtler Videos an, die im Jahr 2015 bei illegalen Stalleinbrüchen in einen Betrieb bei Schwäbisch Hall entstanden sind. Obwohl die Bilder „grauenvolle Bedingungen“ dokumentierten, sei das zuständige Veterinäramt nicht eingeschritten und habe sogar von einer „guten Putenhaltung“ gesprochen, betonten die Tierschützer.

Stalleinbruch machte Schlagzeilen

Die jetzt eingereichte Klage bezieht sich nur auf diesen konkreten Einzelfall. Bei einem Erfolg vor Gericht sehen die Kläger die Bundesregierung aber „gezwungen“, eine „Verordnung zu erlassen, die mit der heute üblichen Putenmast nicht mehr viel zu tun hat“. Die Stalleinbrüche, aus denen die Beweisvideos stammen, hatten bereits im vergangenen Jahr Schlagzeilen gemacht.

Damals war ein Aktivist nicht nur wegen zweifachen Hausfriedensbruchs, sondern auch wegen Nötigung und gefährlicher Körperverletzung vom Amtsgericht Schwäbisch Hall zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten und zwei Wochen auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe von 4000 Franken verurteilt worden. Zwei weitere Aktivisten erhielten Geldstrafen.

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